ÖBB: Rail Cargo-Vorstände müssen gehen

Der defizitären Güterverkehrsbereich der ÖBB soll mit einem neuen Führungsteam saniert werden. Die beiden Vorstände der Rail Cargo Austria (RCA), Friedrich Macher und Günther Riessland, haben ihr Mandat gestern "nach einem Gespräch mit mir" zurückgelegt, sagte ÖBB-Holding-Vorstandschef Kern am Donnerstag.

Beide würden bis zum Ende ihrer Vertragslaufzeiten mit halben Bezügen im Konzern weiterarbeiten. Den RCA-Vorstand will nun Kern bis Ende Jänner interimistisch gemeinsam mit Personenverkehr-Finanzvorstand Andreas Fuchs führen. Macher werde künftig bei Express Interfracht, den Speditionsunternehmen der RCA, tätig sein. Riessland soll sich um die kaufmännische Umsetzung des Sanierungsplans kümmern. Die Vorstandsverträge wären noch bis 2011 bei Riessland und 2012 bei Macher gelaufen. Sonderabfertigungen werde es für die zurückgetretenen Vorstände keine geben.

Parteipolitisches Kalkül habe bei der Entscheidung keine Rolle gespielt, betonte Kern. Macher gilt als ÖVP-nahe. Auch der Beratervertrag mit Ex-Holding-Vorstand Gustav Poschalko, der den Kauf der ungarischen Güterverkehrsbahn mitverantwortete, wird aufgelöst, sagte der ÖBB-Boss. Weitergehende Spekulationen über ein Köpferollen im Personenverkehr oder beim Postbus wies er heute zurück.

Der Güterverkehr fährt tief in den roten Zahlen: Heuer wird ein operatives Ergebnis von bis zu minus 75 Mio. Euro erwartet. Zusammen mit Sondereffekten aus der Abwertung der ungarischen Beteiligung und Kosten für die Sanierung könne der Verlust bis zu 300 Mio. ausmachen, so der Bahn-Chef. Ab dem Jahr 2013 sollen wieder schwarze Zahlen geschrieben werden. Der Bund solle 400 Mio. Euro in die Bahn investieren, machte Kern heute den Wunsch nach einer Kapitalspritze deutlich. Die Bahn müsse ihre Hausaufgaben machen, dann werde sich das Investment für den Eigentümer durch Wertsteigerung rentieren.

Das Sanierungskonzept für die Rail Cargo sieht Einschnitte in nicht profitablen Bereichen und Mitarbeiterabbau vor. Am stärksten trifft es die ungarische Güterverkehrsbahn Rail Cargo Hungaria, wo rund 1.000 Leute gehen müssen.

- APA

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