ÖBB-Gewerkschaftschef Haberzettl gegen Brenner- und Koralmtunnel

Der Widerstand gegen die Megaprojekte Brenner-Basistunnel und Koralmtunnel nimmt auch innerhalb der Bahn zu. Der oberste Gewerkschafter und SPÖ-Abgeordnete Wilhelm Haberzettl spricht sich in einem "Kurier"-Interview gegen die Milliardenröhren aus.

Haberzettl fordert ein besseres Verkehrsangebot der Bundesbahnen ein.
Konkret hätte er gerne den Bau des Koralmtunnel nach hinten verschoben und eine Stornierung des Brenner-Basistunnel.

Die Bahn sei durch die hohe Verschuldung massiv unter Druck geraten, für wichtige Investitionen in den Betrieb fehle das Geld. Woran auch ÖVP-Finanzminister Josef Pröll schuld sei: "Der Finanzminister ist nicht bereit, bei der Eigenkapitalausstattung der ÖBB unterstützend einzugreifen", so Haberzettl. Zwar sei der Rahmenplan mit dem massiven Ausbau der Infrastruktur über Schulden zwischen SPÖ und ÖVP akkordiert, aber "jetzt tut die ÖVP so, als wären die hohen Schulden überraschend gekommen. Das ist ja Nonsens".

Die ÖBB sind derzeit mit rund 12 Mrd. Euro verschuldet, 2014 werden es bereits 20 Mrd. sein. Werden alle Großprojekte realisiert, türmt sich der Schuldenberg bis 2023 auf 26 Milliarden auf. Auf der anderen Seite hat die Bahn für den Kauf von weiteren 16 railjet-Fernverkehrszügen um etwa 200 Mio. Euro und für 200 Nahverkehrszüge der Marke Desiro um 1 Milliarde Euro kein Geld.

Bei der Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt, die mindestens 5,2 Mrd. Euro kostet - Kritiker beziffern dem "Kurier" gegenüber die Kosten allerdings mit rund 10 Mrd. Euro - kommt Haberzettl allerdings sehr spät. Die ÖBB haben den Auftrag für das 20 Kilometer lange Tunnel-Kernstück, das Baulos KAT 2, in den vergangenen Tagen bereits vergeben. "Jetzt kann das Projekt", so ein Insider zur Zeitung, "nur noch ein unterlegener Bieter mit einem Einspruch stoppen." Die Einspruchsfrist gegen die Vergabe läuft laut Insidern Mitte nächster Woche ab.

- APA

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