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Neue Wiener Großwärmepumpe in Betrieb genommen

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Die erste Ausbaustufe ist fertiggestellt
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Sauberes Heizen mit schmutziger Herkunft: In Wien-Simmering ist am Dienstag die erste Ausbaustufe einer riesigen Wärmepumpe in Betrieb genommen, die ihre Energie aus der benachbarten ebs-Kläranlage bezieht. Es handelt sich laut Wien Energie um die größte derartige Anlage Europas. Sie wurde konzipiert, um aus dem Abwasser der Kläranlage Fernwärme zu erzeugen. Der Bau verfügt aktuell über drei Pump-Kolosse. Weitere sollen bis zum Vollbetrieb folgen, der ab 2027 geplant ist.

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Sauberes Heizen mit schmutziger Herkunft: In Wien-Simmering ist am Dienstag die erste Ausbaustufe einer riesigen Wärmepumpe in Betrieb genommen, die ihre Energie aus der benachbarten ebs-Kläranlage bezieht. Es handelt sich laut Wien Energie um die größte derartige Anlage Europas. Sie wurde konzipiert, um aus dem Abwasser der Kläranlage Fernwärme zu erzeugen. Der Bau verfügt aktuell über drei Pump-Kolosse. Weitere sollen bis zum Vollbetrieb folgen, der ab 2027 geplant ist.

Für die Großwärmepumpe wurde eine spezielle Abzweigung errichtet. Denn normalerweise fließt das bisher ungenutzte Abwasser der Kläranlage nach der Reinigung in den Donaukanal. Ab sofort steht ein Umweg über die höchst komplexe Anlage an. Mit Wärmetauschern wird dem gereinigten Wasser rund sechs Grad Celsius entzogen. Damit wird letztendlich Wärme von bis zu 90 Grad Celsius erzeugt. Sie fließt in Form von heißem Wasser über das Fernwärmenetz in Wiener Wohnungen.

Den Strom für den Betrieb der Anlage bezieht man direkt vom nahe gelegenen Verbund-Kraftwerk Freudenau. Es wurde dazu eine eigene Direktleitung zwischen Kraftwerk und Anlage errichtet. Auch eine neue Fernwärme-Pumpstation musste installiert werden, um die große Mengen an Wärme wie vorgesehen verteilen zu können. Sie schickt 7.500 Kubikmeter Warmwasser durch das Netz - und zwar pro Minute.

Rund 70 Mio. Euro investierte die Wien Energie laut eigenen Angaben in die erste Ausbaustufe. In dieser erzielt man eine Leistung von knapp 55 Megawatt. Geliefert wird Fernwärme für bis zu 56.000 Haushalte. Zu den aktuell drei errichteten Wärmepumpen gesellen sich in einem nächsten Schritt bis 2027 drei weitere Anlagen.

Im Vollausbau soll am Standort Fernwärme mit einer Leistung von 110 Megawatt erzeugt werden - mit der bis zu 112.000 Haushalte versorgt werden können. Die jährliche CO2-Einsparung wurde mit bis zu 300.000 Tonnen in der finalen Stufe beziffert.

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) verwies darauf, dass sich Wien das Ziel gesetzt habe, bis 2040 klimaneutral zu werden: "Die Wärmepumpen-Anlage bei der Kläranlage ist ein großer Meilenstein auf diesem Weg. Als Stadt drehen wir an den großen Schrauben und nutzen jede erneuerbare Wärmequelle, die uns zur Verfügung steht."

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