Neue Affäre um BayernLB

BayernLB-Ex-Risiko-Vorstand Gribkowsky soll laut "Süddeutscher Zeitung" bei Vernehmungen durch die Münchner Staatsanwaltschaft eine mit 37 Mio. Euro dotierte Privatstiftung in Österreich verschwiegen haben. Möglicherweise erhielt Gribkowsky die Millionen von Formel-1-Zampano Bernie Ecclerstone als Dank für den Verkauf der BayernLB-Anteil an der Rennserie an einen britischen Investor.

Das bayerische Finanzministerium verlangte von der Landesbank umgehend eigene Ermittlungen, um die Herkunft des Vermögens zu ergründen. Die Informationen der Zeitung seien im Ministerium bisher nicht bekanntgewesen, heißt es in einer Stellungnahme des Hauses.

Nach Informationen der "SZ" hat der ehemalige Risiko-Vorstand in seiner Amtszeit heimlich 50 Mio. US-Dollar (derzeit 37,4 Mio. Euro) aus Mauritius sowie der Karibik erhalten und in einer österreichischen Privatstiftung namens "Sonnenschein" angelegt. Zweck der Stiftung ist die "Versorgung des Stifters", also Gribkowskys, und weiterer von ihm benannter "Begünstigter". Die Münchner Staatsanwaltschaft, der er das Vermögen zunächst verschwiegen hatte, untersuche, ob das Geld aus kriminellen Geschäften stammt, die mit der Formel 1 zu tun haben.

Ausgangspunkt war im Jahr 2002 die Pleite des Medienhändlers Leo Kirch, dem die BayernLB 2 Mrd. Euro geliehen hatte. Kirch hatte sich zuvor bei der Formel 1 eingekauft. Dieses Engagement übernahm die BayernLB. Die BayernLB stritt zunächst vor Gericht mit Bernie Ecclestone, der die Formel 1 aufgebaut hatte. Ecclestone hatte auch Ärger mit fünf großen Autokonzernen. Mercedes, BMW, Renault, Honda und Toyota, denen Ecclestones Einfluss zu weit ging, drohten mit dem Aufbau einer eigenen Rennserie.

Dann änderte die BayernLB ihr Vorgehen. Vorstand Gribkowsky stellte sich hinter Ecclestone und sagte Unterstützung zu. Anschließend verkaufte die BayernLB ihren Anteil an der Rennserie an einen Finanzinvestor aus London, mit dessen Hilfe Ecclestone seine Macht in der Formel 1 zementierte. Das wirft laut "SZ" die Frage auf, ob die 50 Mio. Dollar als Dankeschön dafür geflossen sein könnten, dass Ecclestone in prekärer Lage Hilfe von Gribkowsky bekam. Gribkowsky: "Das ist eine Spekulation, daran kann ich mich im Moment nicht beteiligen."

- APA

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