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Nationalbank: Inflation macht Österreicher ärmer

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Österreicher haben mehr Geld, weniger Kaufkraft
©APA/APA/dpa-Zentralbild/Patrick Pleul
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Die netto verfügbaren Einkommen der Österreicher sind im vergangenen Jahr zwar nominell um 10,9 Prozent auf 250,3 Mrd. Euro gestiegen, real aber nur um 3,3 Prozent. Wegen der hohen Inflation hat auch Geldvermögen der privaten Haushalte nach Berechnungen der Nationalbank real deutlich an Wert verloren - nämlich 2022 um 10 Prozent und im ersten Halbjahr 2023 noch einmal um 7 Prozent.

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Die netto verfügbaren Einkommen der Österreicher sind im vergangenen Jahr zwar nominell um 10,9 Prozent auf 250,3 Mrd. Euro gestiegen, real aber nur um 3,3 Prozent. Wegen der hohen Inflation hat auch Geldvermögen der privaten Haushalte nach Berechnungen der Nationalbank real deutlich an Wert verloren - nämlich 2022 um 10 Prozent und im ersten Halbjahr 2023 noch einmal um 7 Prozent.

"Hohe Inflation und eingeschränktes Renditepotenzial von Sparprodukten sorgten jüngst für einen realen Vermögensverlust privater Haushalte", erklärte Johannes Turner, Direktor der Hauptabteilung Statistik in der OeNB, am Freitag bei einer Pressekonferenz. Nachdem das nominelle Finanzvermögen im Jahr 2022 auf 822 Mrd. Euro gesunken war (2021: 844 Mrd. Euro), stieg es im ersten Halbjahr 2023 auf 838 Mrd. Euro wieder etwas an. "Allerdings, wenn man das Ganze real betrachtet und die Inflation dem Ganzen zugrunde legt und von nominell auf real umrechnet, dann hat man im Jahr 2022 einen Geldvermögensverlust von 10 Prozent und bereits im ersten Halbjahr 2023 von weiteren 7 Prozent."

Etwa 91 Prozent (229 Mrd. Euro) des Einkommens wurden für Konsum ausgegeben. "Der Konsum hat ein Rekordhoch erreicht und ist damit ein wesentlicher stützender Faktor für die Konjunktur", sagte Nationalbank-Vizegouverneur Gottfried Haber. "Die Sparquote ist mit 9,2 Prozent zurückgegangen und damit mehr oder weniger wieder auf dem Vor-Pandemie-Niveau angelangt."

Für heuer werden geringere Wachstumsraten für Einkommen (7,4 Prozent) und Konsum (8,2 Prozent) erwartet, die Sparquote soll auf 7,9 Prozent zurückgehen.

Mit 17,5 Mrd Euro veranlagten die Haushalte deutlich weniger in Finanzinvestitionen als noch 2021 (22,3 Mrd. Euro) oder 2020 (27,4 Mrd. Euro). Der seit rund zwei Jahren bemerkbare Trend zu verstärkten Wertpapierkäufen setzte sich 2022 bzw. im ersten Halbjahr 2023 mit Investitionen von 9,8 Mrd. Euro (+12 Prozent gegenüber 2021) bzw. 7,2 Mrd. Euro fort. Gefragt waren vor allem verzinsliche Wertpapiere, die in den vergangenen vier Quartalen um insgesamt 6,25 Mrd. Euro gekauft wurden, wobei inländische Titel - und hier vor allen Bankenanleihen - dominierten. Ende Juni 2023 besaßen private Haushalte Wertpapiere im Wert von 157 Mrd. Euro und hatten einen Anteil von 19 Prozent am Gesamtvermögen.

Das gesamte aushaftende Kreditvolumen der Haushalte ist von 222,1 Mrd. Euro Ende 2022 auf 220,3 Mrd. Euro im Juni 2023 zurückgegangen, wegen der höheren Zinsen ist die Neukreditvergabe deutlich gesunken. Wohnbaukredite haben mit 60 bis 70 Prozent den größten Anteil am Kreditbestand.

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