Moody's wertet Italien um 3 Stufen auf A2 ab

Die Ratingagentur Moody's stuft die Kreditwürdigkeit des hoch verschuldeten Italiens eutlich herunter. Die Bonitätswächter begründeten die Absenkung des Ratings um drei Stufen von "Aa2" auf "A2" am Dienstag mit wirtschaftlichen Unsicherheiten. Die Risiken für die italienische Wirtschaft seien gestiegen. Auch anderen Ländern der Euro-Zone drohen der Agentur zufolge weitere Herabstufungen.

In der derzeitigen Schuldenkrise hätten sich für hoch verschuldete Euroländer wie Italien die Refinanzierungsrisiken verschärft, begründete die Agentur den Schritt. Das Vertrauen der Märkte sei erschüttert, und die italienische Wirtschaft stehe vor großen strukturellen Herausforderungen. Das Risiko, dass Italien seine Budgetziele nicht erreichen könne, sei gestiegen, die staatlichen Reformbemühungen hätten gerade erst begonnen. Moody's hatte das Rating im Juni auf die Überprüfungsliste gesetzt.

Der italienische Ministerpräsident Berlusconi erklärte, die Herabstufung sei erwartet worden. Die Regierung arbeite daran, die von der EU-Kommission abgesegneten Budgetziele zu erreichen.

Italien hat mit etwa 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nach Griechenland den höchsten Schuldenstand in der Eurozone. Mitte September hatte bereits die US-Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit Italiens herabgestuft. Das Land wird von der Agentur nun bei der langfristigen Bonität mit der Note "A" statt "A+" bewertet. Als Gründe wurden "die sich abschwächenden Wachstumsaussichten" angegeben sowie die Einschätzung, dass die derzeitige Koalition die Fähigkeit Roms einschränke, entschlossen auf die Schuldenkrise zu reagieren.

Für dieses Jahr erwartet die Regierung in Rom ein Defizit von 3,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, 2012 soll die Neuverschuldung auf 1,4 Prozent fallen. Für 2013 wird ein ausgeglichener Etat angepeilt. Die enormen Schulden haben Italien ins Visier der Finanzmärkte gerückt: Das Land muss Anlegern historisch hohe Zinsen zahlen.

- APA

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