Moody's stuft auch Irland auf 'Ramsch'-Status herab

Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Irlands auf Ramschniveau herabgestuft.

Moody's senkte am Dienstag die Bonitätsnote des hoch verschuldeten Staates um eine Stufe auf "Ba1" und begründete dies mit der höheren Wahrscheinlichkeit eines zweiten Hilfspakets. Sie beurteilte zudem den Ausblick "negativ" und schloss damit weitere Herabstufungen in den nächsten Monaten nicht aus.

Bisher hatten in der Euro-Zone lediglich Griechenland und Portugal von Rating-Agenturen den "Ramsch"-Stempel aufgedrückt bekommen. Die Probleme der heimischen Banken hatten Irland als erstes Land unter den Euro-Rettungsschirm EFSF gezwungen, der nach der Griechenland-Krise von EU und IWF aufgespannt wurde. 85 Milliarden Euro Hilfsgelder stehen bereit.

Bei Europäischer Kommission und irischem Finanzministerium sorgte die Entscheidung für Unverständnis. Sie stünde nicht im Einklang mit den Einschätzungen der anderen großen Agenturen, betonte das Finanzministerium. SP sowie Fitch bewerten Irland drei Stufen über Ramschstatus. Die EU-Kommission bedauerte das Vorgehen von Moody's. Zuletzt hatten immer mehr Politiker eine stärkere Regulierung der Ratingagenturen gefordert.

Die Rating-Agenturen haben nach Ansicht von EZB-Ratsmitglied Nowotny zur Schuldenkrise in der Euro-Zone beigetragen. Die Finanzmärkte könnten auch ohne die Agenturen leben, erklärte der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) am Dienstag. Im Falle von Griechenland lieferten die Rating-Agenturen keine besonderen Einsichten, die über öffentlich verfügbare Statistiken hinausgingen, sondern nur ihre Meinung, sagte er in einem Fernseh-Interview. Dies täten sie auf eine Weise, die die Krise verschlimmere. Die zahlreichen Herabstufungen der Kreditwürdigkeit von diversen Staaten in der Euro-Zone durch die mächtigen drei US-Agenturen hat unter Politikern einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen.

- APA

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