Milliardenklage gegen Bank Austria und UniCredit

Der Madoff-Finanzskandal könnte ein teures Nachspiel für die Bank Austria und ihre Konzernmutter UniCredit haben. Wegen des Engagements bei der Wiener Bank Medici, deren Chefin Sonja Kohn eine Schlüsselrolle bei den Machenschaften des Finanzjongleurs Bernard Madoff gespielt haben soll, müssen die beiden Banken möglicherweise Schadenersatz in Milliardenhöhe an die Geschädigten leisten.

Der Masseverwalter Madoffs, Irving Picard, fährt in seiner Milliardenklage gegen Kohn auch schwere Geschütze gegen mächtige Banker auf. Er hat den ehemaligen UniCredit-Boss Alessandro Profumo ebenso im Visier wie den Ex-Chef der Bank Austria, Gerhard Randa, der ja Kohn einst bei der Beschaffung einer Banklizenz in Österreich behilflich gewesen sein soll.

Die Liste der Beschuldigten liest sich wie ein Who-is-who der Wiener Hochfinanz: Angeführt sind etwa auch die ehemaligen Bank-Austria-Vorstände Wilhelm Hemetsberger, Friedrich Kadrnoska (jetzt laut Firmen-Compass u. a. conwert-Verwaltungsrat) und Werner Kretschmer (nun bei der UniCredit-Fondstochter Pioneer), der spätere Wiener-Börse-Chef Stefan Zapotocky, Fondsmanagerin Ursula Radel-Leszczynski sowie der nunmehrige Verkehrsbüro-Vorstand Harald Nograsek.

Ein Anwalt der Geschädigten brachte am Freitag vor einem US-Gericht in New York eine Klage auf 19,6 Milliarden Dollar gegen Kohn und die drei Banken ein. Es handelt sich um die bisher größte Schadenersatzklage im Betrugsfall Madoff, der vor zwei Jahren aufgeflogen war. Sie richtet sich auch gegen 53 weitere Beschuldigte.

Rechtsanwalt Irving Picard bezeichnete die Bank-Medici-Mehrheitseigentümerin Sonja Kohn als "Seelenverwandte" des verurteilten Finanzbetrügers Madoff, mit dem sie 23 Jahre lang aufs engste zusammengearbeitet habe. "In Sonja Kohn fand Madoff eine kriminelle Seelenverwandte, deren Gier und unehrlicher Einfallsreichtum seinem eigenen ebenbürtig waren". Die US-Anwälte von Kohn und Bank Medici waren zunächst für keine Stellungnahme erreichbar.

- APA

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