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Metaller-KV - Das Ringen um mehr als "Schnittlauch am Brot"

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Verhandelt wird der Metaller-KV wie immer in der WKÖ in Wien
©APA/APA/THEMENBILD/HELMUT FOHRINGER
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Plus 9,6 Prozent, oder doch ein bisschen mehr? Darum dreht es sich ab Montag, elf Uhr, wenn die Vertreter der Gewerkschaften GPA und PRO-GE ihre Lohnforderungen an die Arbeitgeber der Metalltechnischen Industrie übergeben. Einen Abschluss unter der durchschnittlichen Inflation der vergangenen zwölf Monate - eben diesen 9,6 Prozent - haben die Gewerkschaften ausgeschlossen. Aber es gibt auch Verhandlungsmasse abseits des Lohnanstiegs, wie etwa bei Urlaub und Arbeitszeit.

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Plus 9,6 Prozent, oder doch ein bisschen mehr? Darum dreht es sich ab Montag, elf Uhr, wenn die Vertreter der Gewerkschaften GPA und PRO-GE ihre Lohnforderungen an die Arbeitgeber der Metalltechnischen Industrie übergeben. Einen Abschluss unter der durchschnittlichen Inflation der vergangenen zwölf Monate - eben diesen 9,6 Prozent - haben die Gewerkschaften ausgeschlossen. Aber es gibt auch Verhandlungsmasse abseits des Lohnanstiegs, wie etwa bei Urlaub und Arbeitszeit.

Die Arbeitgeber zeichnen im Vorfeld ein düsteres Bild der Wirtschaft, eine Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich oder ein früheres Erreichen der sechsten Urlaubswoche haben sie bisher abgelehnt. Und im Übrigen habe es von der Regierung zur Abmilderung der hohen Inflation auch Teuerungsausgleiche gegeben, die müssten mit berücksichtigt werden.

Sicher nicht, lautet die Antwort von GPA und PRO-GE. Hier gehe es um eine nachhaltige Lohn- und Gehaltserhöhung, das habe mit Regierungsmaßnahmen nichts zu tun. Einmalzahlungen, wie sie die Arbeitgeber schmackhaft machen wollen, lehnen die Gewerkschaften ebenfalls ab, denn dies sei auch nur ein Einmaleffekt und fehle dann bei den nächstjährigen Verhandlungen. Es gebe auch keine Lohn-Preis-Spirale, sondern die Regierung habe zu wenig gegen die Teuerung getan, nun könne man die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht im Regen stehen lassen, so die Arbeitnehmervertreter.

ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian hatte kürzlich gemeint: "Wir ändern die Spielregeln nicht, wir verhandeln nicht für die Zukunft." Schließlich hätten die Sozialpartner in der Metallbranche im vergangenen Jahr auch mit der rollierenden - also zwölfmonatigen - Inflation als Basis abgeschlossen, obwohl bei der Einigung im Herbst 2022 schon die Teuerung anzog. Damals habe die Arbeitgeberseite argumentiert, dass dieser Anstieg ohnehin heuer abgegolten werde - und das müsse nun auch gelten, so Katzian.

Zuletzt hatten sich die Lohn- und Gehaltsabschlüsse um die zehn Prozent plus - wohlgemerkt brutto - bewegt. Ein Ausreißer waren die Paketzusteller, sie erhalten ab 2024 im Schnitt um 16 Prozent mehr aufs Konto. PRO-GE-Chef Reinhold Binder stellte jedenfalls klar, dass die Forderung für den Kollektivvertrag (KV) sicher zweistellig und Arbeitszeitverkürzung ein Thema sein werden. Die von den Arbeitgebern angedachten Einmalzahlungen seien bestenfalls "Schnittlauch am Butterbrot".

Die Metalltechnische Industrie habe die vergangenen zwei Jahre Rekordeinnahmen lukriert, der Export würde nach wie vor hervorragend laufen, nun seien die Arbeitnehmer am Zug, so Binder. Er führt heuer zum ersten Mal die mehr als 130.000 Beschäftigten der Metalltechnischen Industrie in die Herbstlohnrunde. Insgesamt beschäftigt die Metallindustrie gut 200.000 Mitarbeiter, auf Wunsch der Arbeitgeber verhandeln aber die anderen Branchenbereiche in eigenen Runden. Allerdings waren die Abschlüsse in der Vergangenheit gleich hoch. Der Mindestlohn in der Metallindustrie liegt derzeit bei 2.236 Euro brutto.

Sein Gegenüber Christian Knill, Industrieller aus der Steiermark und Obmann des Fachverbandes der Metalltechnischen Industrie (FMTI), wiederum hatte bereits betont: "Wir können nur verteilen, was wir erwirtschaften". Und er stellte klar: "Unsere Aufgabe ist nicht, die Kaufkraft in Österreich zu gewährleisten."

Wifo-Lohnexperte Benjamin Bittschi sprach vor kurzem von einem "Dilemma". So seien die hohen Lohnforderungen aufgrund der stark gestiegenen Inflation ebenso gerechtfertigt wie die Darstellung der Arbeitgeberseite über die schlechte Wirtschaftslage in der Branche.

Was im Herbst die Metaller sind, sind im Frühjahr die Beschäftigten der Elektroindustrie, die die erste große Lohnrunde des jeweiligen Jahres einleiten. Die Branche schloss heuer mit einem Plus von 9,9 Prozent ab.

Im Vorjahr einigten sich die Sozialpartner der Metalltechnischen Industrie im Schnitt auf eine Erhöhung der Ist-Löhne um 7,44 Prozent, wobei sich der Anstieg aus einem Plus von 5,4 Prozent und einer monatlichen Zahlung von 75 Euro zusammensetzte. Die rollierende Inflation lag damals bei 6,4 Prozent, die Gewerkschaften waren mit einer Forderung von plus 10,6 Prozent in die Verhandlungen gestartet. Interessant ist auch ein Blick auf die Pensionen: Diese steigen im kommenden Jahr um 9,7 Prozent, gleiches gilt auch für die die Sozial- und Familienleistungen (Familienbeihilfe, Kinderbetreuungs- und Krankengeld, Studienbeihilfe, etc.).

Können sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht einigen, läuft der KV des Vorjahres weiter. Da dies für die Beschäftigten einen Reallohnverlust bedeuten würde, wird aber im Regelfall schon während der Verhandlungen mit Betriebsversammlungen und Warnstreiks der Druck durch die Arbeitnehmerseite erhöht.

Die Streikstatistik in der Metallindustrie weist zwei größere Arbeitsniederlegungen in der jüngeren Vergangenheit aus: 2011 kam es zu Streiks in rund 200 Betrieben mit 100.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie 2018 in über 240 Betrieben mit mehr als 70.000 Beschäftigten. Aktuell gibt es einen Arbeitskonflikt beim Tiefkühlkosthersteller Ardo in Niederösterreich.

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