Merkel und Sarkozy einig zu Griechenland-Paket

Deutschlands Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Staatspräsident Sarkozy haben nach heftigem Ringen eine gemeinsame Position zur Rettung des hoch verschuldeten Griechenland gefunden. Damit dürften die Staats- und Regierungschefs der Eurozone bei ihrem am Donnerstagmittag beginnenden Sondergipfel in Brüssel das zweite Hilfspaket für Athen auf den Weg bringen.

Ergebnisse des mehr als sechsstündigen Gesprächs im Berliner Kanzleramt wurden in der Nacht zum Donnerstag nicht mitgeteilt. Laut ARD einigten sich Merkel und Sarkozy auf eine Beteiligung privater Gläubiger. Überraschend war auch EZB-Chef Trichet nach Berlin gereist. Um Mitternacht ging die Dreierrunde auseinander. Merkel und Sarkozy hätten die Argumente des aus Frankfurt angereisten EZB-Präsidenten angehört und sich ausführlich telefonisch mit dem europäischen Ratspräsidenten Van Rompuy ausgetauscht, teilte ein Regierungssprecher mit. Die deutsch-französische Position werde nun van Rompuy übergeben, damit er sie in die Brüsseler Beratungen einfließen lasse. Aus deutscher Sicht wären Lösungsvorschläge ohne Einbindung Trichets wenig sinnvoll gewesen, da die EZB wie Frankreich der deutschen Forderung nach einer verbindlichen Beteiligung von Banken und Versicherungen skeptisch gegenübersteht.

Auch in Brüssel ging es bei den Vorbereitungstreffen laut Diplomaten unter anderem um die Frage, wie Banken und Versicherungen an der Griechenland-Rettung beteiligt werden können. Banken und Versicherungen sollten einen Teil der Last des neuen Pakets tragen und rund 30 Milliarden Euro beisteuern, hieß es. Neben Deutschland pochten auch die Niederlande und Finnland darauf.

Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Staaten beraten am Donnerstag in Brüssel auf einem Sondergipfel über ein neues Hilfspaket für Griechenland. Auf höchster Ebene soll unter anderem der seit Monaten schwelende Streit über einen Beitrag privater Gläubiger zur Rettung des Landes vor der Pleite beigelegt werden. Der Gipfel wurde einberufen, da die Schuldenkrise in den kleinen Ländern Griechenland, Portugal und Irland auf die wirtschaftlichen Schwergewichte Italien und Spanien überzugreifen droht.

- APA

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