Merkel berät mit IWF-Chefin Lagarde über Euro-Schuldenkrise

Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel berät am Dienstagabend mit IWF-Chefin Lagarde über die Euro-Schuldenkrise. Bei dem Treffen in Berlin geht es vor allem um die drohende Staatspleite in Griechenland. Merkel setzt sich für einen Verbleib des Mittelmeerlandes im Euro-Raum ein und dringt auf einen schnellen Abschluss der Umschuldungs-Verhandlungen mit den Banken.

Zudem dürfte es auch um den drohenden wirtschaftlichen Zusammenbruch Ungarns gehen, das dringend Hilfe benötigt. Eine Pressekonferenz ist nach dem Gespräch von Merkel und Lagarde nicht geplant.

Die FDP kritisierte Merkel indes scharf für ihren Kurs bei der Finanztransaktions-Steuer. Merkel sei in einer Richtung eingeschwenkt, die die Einführung der Börsensteuer in der Euro-Zone vorsehe, sagte der Finanzexperte der Liberalen, Frank Schäffler, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" laut Voraus-Bericht aus der Dienstagausgabe. "Ich warne die Kanzlerin ausdrücklich, diesen Weg weiter zu beschreiten." Merkel müsse eine zu diesem Thema getroffene Vereinbarung mit der FDP einhalten. "Sonst müssen auch wir als FDP uns künftig nicht mehr an Absprachen halten."

Dem "Handelsblatt" sagte Schäffler laut Voraus-Bericht, Merkels Überlegungen seien eine Gefahr für Europa. "Die Finanztransaktionssteuer darf Europa nicht erneut spalten und Schweden und Großbritannien ausgrenzen, die dezidiert gegen diese Steuer sind."

Merkel hatte am Montag erklärt, sie sei an der Seite Frankreichs zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer ohne den wichtigsten europäischen Finanzplatz London bereit. Wenn es nicht gelinge, alle 27 EU-Länder einzubeziehen, könne sie sich auch eine Lösung nur in der Euro-Zone vorstellen, hatte sie nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident Sarkozy in Berlin erklärt. Allerdings bestehe darüber in der Regierung kein Konsens darüber.

- APA

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