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"Man weiß noch nicht wie schlimm" es bei der Signa ist

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Beim Immobilienriesen Signa haben sich die Ereignisse zuletzt überschlagen. Das ursprüngliche Firmen-Mastermind Rene Benko muss auf Druck seiner milliardenschweren Investoren das Ruder an Sanierer Arndt Geiwitz übergeben. "Wie schlimm es ist, weiß man noch nicht", hielt Signa-Investor Hans-Peter Haselsteiner am Wochenende in der "Tiroler Tageszeitung" fest. Ohne neues Geld aller Mitinvestoren werde es nichts. Doch erste Investoren wollen sich angeblich auszahlen lassen.

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Beim Immobilienriesen Signa haben sich die Ereignisse zuletzt überschlagen. Das ursprüngliche Firmen-Mastermind Rene Benko muss auf Druck seiner milliardenschweren Investoren das Ruder an Sanierer Arndt Geiwitz übergeben. "Wie schlimm es ist, weiß man noch nicht", hielt Signa-Investor Hans-Peter Haselsteiner am Wochenende in der "Tiroler Tageszeitung" fest. Ohne neues Geld aller Mitinvestoren werde es nichts. Doch erste Investoren wollen sich angeblich auszahlen lassen.

Der deutsche Experte Geiwitz soll die Sache noch retten, Benko nicht mehr im Signa-Beirat das Sagen haben. Die kurzfristigen Schulden sollen sich auf 2 Mrd. Euro belaufen - davon noch heuer zu bedienen: 1,3 Mrd. Euro. "Dies herauszuarbeiten, ist jetzt die Aufgabe Nummer eins des Sanierungsbeauftragten Geiwitz", sagte Haselsteiner der "Tiroler Tageszeitung" (Samstag).

Die Zeit drängt. Im Investorenkreis wird um eine Einigung verhandelt. Die Rede ist in deutschen Medienberichte auch von einem "vorübergehenden" Abgeben der Stimmrechte seitens Benko. Haselsteiner hatte ja verkündet, dass Benko grundsätzlich dazu bereit sei, ohne Zeitspannen zu nennen. Die "Welt am Sonntag" schreibt, dass Benko nach Jahren dicker Dividenden die Investoren angeblich seit Monaten um frisches Kapital angeht. Dabei habe es bei Signa noch im Frühjahr geheißen, die Lage sei trotz Zinswende und Ukraine-Krieg gut, selbst Projekte wie der erste Hamburger Wolkenkratzer Elbtower sehr solide finanziert. Die Baustopps signalisieren eindrucksvoll das Gegenteil.

Wichtige Investoren wie Roland Berger haben laut "Welt" bereits angekündigt, sich auszahlen lassen zu wollen. Doch unklar ist, ob das finanziell überhaupt möglich ist.

Wie es um die Finanzen der Signa-Gruppe wirklich steht, sei von außen kaum einzuschätzen. Das sagte laut dem ORF-Radio Ö1 (Samstag) auch Leonhard Dobusch, Ökonom und wissenschaftlicher Leiter des arbeitnehmernahen Momentum Instituts, der sich seit langem mit dem Konzern beschäftigt. Die Gruppe benötigt aber wohl rasch frisches Geld, um ihr Geschäftsmodell aufrechtzuerhalten, erklärt Dobusch.

Benko fordert im Zuge seines Rückzuges - wohl unbedingt notwendige - Beiträge der internationalen, milliardenschweren Mitgesellschafter, die er ursprünglich in sein Boot geholt hatte. "Wie hoch der Betrag ist, weiß kein Mensch", verweist Haselsteiner wieder auf Geiwitz. Haselsteiner hofft laut "TT" aber, dass alle Gesellschafter mitziehen: "Sonst wird das nichts." Er selbst ist über eine Stiftung mit 15 Prozent in der Signa investiert.

Deren Struktur ist insgesamt undurchsichtig. Medienanfragen wurden zuletzt nicht mehr beantwortet. Von Geiwitz bzw. dessen Pressestelle gab es am Wochenende vorerst keine neuen Informationen. Offen ist, ob alle internationalen Investoren bereit sind, einzuschießen, wie es Haselsteiner hofft ohne Summen zumindest öffentlich einzuschätzen. Geordnete Verkäufe und eine Neuordnung wären freilich weit weniger verlustreich als ein zweites Kika/Leiner, wie es auch Haselsteiner zuletzt im "Standard" gesagt hatte.

In der "Kleinen Zeitung" (Sonntag) heißt es, dass der Großteil der Signa-Verbindlichkeiten Bankschulden mit den größten Gläubigern Raiffeisen-Gruppe und Bank Austria seien. Auf 10,8 Milliarden Euro sollen sich die Schulden der Signa Prime (u. a. KaDeWe Berlin) laut Medienberichten Ende 2022 summiert haben. Auch das Ergebnis drehte deutlich ins Minus, nach 700 Millionen Euro Gewinn 2021 betrug 2022 der Verlust 1,019 Milliarden Euro. Schon 2022 hätten die Verbindlichkeiten nicht mehr aus eigener Kraft bedient werden können, schreibt die "Kleine". Ohne Kapitalerhöhung von 750 Millionen Euro hätte der Signa Prime bereits im letzten Jahr die Zahlungsunfähigkeit gedroht.

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