Trend Logo

Mahrer: "Österreichs wirtschaftlicher Glanz verblasst"

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
Für WKÖ-Chef Harald Mahrer ist Bürokratie "ein Hammer"
©APA/APA/ROLAND SCHLAGER/ROLAND SCHLAGER
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
WKÖ-Präsident Harald Mahrer sieht Österreich als Produktionsstandort immer mehr unter Druck, es drohe eine Deindustrialisierung, warnt er. Die Politik in Österreich und auf europäischer Ebene müsse jetzt kräftig gegensteuern, denn Europa sei wirtschaftlich bereits "am absteigenden Ast". Durch hohe Arbeits- und Energiekosten und eine hohe Steuerbelastung "preist sich Österreich aus dem Markt".

von

WKÖ-Präsident Harald Mahrer sieht Österreich als Produktionsstandort immer mehr unter Druck, es drohe eine Deindustrialisierung, warnt er. Die Politik in Österreich und auf europäischer Ebene müsse jetzt kräftig gegensteuern, denn Europa sei wirtschaftlich bereits "am absteigenden Ast". Durch hohe Arbeits- und Energiekosten und eine hohe Steuerbelastung "preist sich Österreich aus dem Markt".

Wie "extrem alarmierend" die Situation bereits sei, unterstreicht die Wirtschaftskammer mit einer Umfrage, die das Beratungsunternehmen Deloitte im Auftrag der WKÖ durchgeführt hat. Demnach sagten 90 Prozent der befragten Unternehmen, dass die Attraktivität des Standorts Österreich sinke. Fast drei Viertel der Unternehmen sehen demnach eine echte Gefahr der Deindustrialisierung. Mehr als vier von zehn Unternehmen haben in den vergangenen drei Jahren Produktion ins Ausland verlagert. "Produktionsverlagerung ist gelebte Realität", so Mahrer.

In Deutschland würden sogar zwei Drittel der Unternehmen ihre Produktion verlagern, Österreich stehe also vergleichsweise noch besser da. "Das sollte uns aber nicht beruhigen, das ist ja ein Zug, der Fahrt aufnimmt." Viele Teile der Wertschöpfungskette in Österreich würden an der deutschen hängen. Betroffen seien besonders kostenintensive Bereiche mit hoher Wertschöpfung und gut bezahlten Jobs.

Hauptursachen seien hohe Arbeitskosten, das Thema Energiesicherheit und Energiekosten, Bürokratie und Regulierung, Steuerbelastung und Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften, sagte Mahrer am Dienstag bei einer Pressekonferenz und verwies auch auf die hohe Inflation und hohe Lohnabschlüsse. "Österreich preist sich aus dem Markt."

Um diese Entwicklung zu bremsen, sollte man die "unechten" Lohnnebenkosten senken, fordert Mahrer. Dabei gehe es um Kosten, die nichts mit dem Unternehmen zu tun hätten, aber trotzdem ihnen umgehängt würden, etwa den Familienlastenausgleichsfonds, für den der Staat zu Gänze aufkommen sollte. Mahrer wünscht sich außerdem mehr "Anreizorientierung im Steuersystem", so sollte man etwa deutlich mehr Überstunden steuerfrei stellen. Menschen, die über das Regelpensionsalter arbeiten wollen, sollte nur noch die Unfallversicherung bezahlen müssen, weil sie ja ohnehin über die Pension krankenversichert seien. "Denen sollte man das Geld brutto für netto auszahlen."

Dabei gehe es um ein Potenzial von einigen Zehntausend Arbeitsplätzen, so Mahrer. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt zum Handeln, meinte er mit Verweis auf EU- und Nationalratswahlen. "Wenn man halbwegs alle Tassen im Schrank hat", sollten das Themen sein, die im neuen Regierungsprogramm stehen.

Über die Autoren

Logo
Abo ab €16,81 pro Monat
Ähnliche Artikel
Photovoltaik-Paneele über Obstkulturen produzieren nicht nur Strom
Nachrichtenfeed
Photovoltaik über Obstbau schützt vor Regen und Frost
Die Bundesregierung will Verbraucherrechte im Energiesektor stärken
Nachrichtenfeed
Sondergesetz soll mehr Wettbewerb am Energiemarkt bringen
Inflation sinkt in Österreich auf niedrigsten Wert seit September 2021
Nachrichtenfeed
Inflation im April bei 3,5 % - Fünfthöchster Wert in EU
Wintersaison: Bereinigt um Inflation und Kalendertage durchwachsen
Nachrichtenfeed
Tourismus - Nächtigungsrekord mit sparsameren Urlaubern
Weitere Proteste in mehreren Bundesländern geplant
Nachrichtenfeed
Fahrradboten setzen Warnstreiks nach Pfingsten fort
Fahrradboten ritten zum Warnstreik für mehr Lohn aus
Nachrichtenfeed
Fahrradboten ritten zum Warnstreik für mehr Lohn aus
Arbeitsmarkt 2023: Teilzeitquote stabil, viele Überstunden
Nachrichtenfeed
Arbeitsmarkt 2023: Teilzeitquote stabil, viele Überstunden
Die Addiko Bank könnte an die slowenische Bank gehen
Nachrichtenfeed
Addiko Bank rückt ins Visier von Investoren
Ausbau der Ladestellen kommt rasch voran
Nachrichtenfeed
Elektroautos im Vormarsch, aber hohe Preise schrecken ab
Der Vertrag von ÖBAG-Chefin Hlawati wurde bis Februar 2027 verlängert
Nachrichtenfeed
ÖBAG-Chefin will Dividende für Infrastruktur zweckwidmen
Viele Unternehmen sind nach dem Angriff Russlands geblieben
Nachrichtenfeed
Nur wenige ausländische Firmen kehrten Russland den Rücken
Selbstbediener-Kassen haben sich in Österreich noch nicht durchgesetzt
Nachrichtenfeed
Hofer will in bis zu 200 Filialen Selbstbedienungskassen