Luftschläge Gaddafis trotz UNO-Flugverbot

Truppen des libyschen Machthabers Gaddafi haben am Samstag in der Früh offenbar die Aufständischen-Hochburg Benghazi aus der Luft angegriffen. Damit hätte das Regime gegen eine UNO-Resolution verstoßen, die unter anderem ein Flugverbot vorsieht.

Der libysche Vize-Außenminister Kaim warf hingegen den Rebellen vor, die Waffenruhe zu missachten. Die libysche Armee werde nichts gegen die Aufständischen unternehmen, "weil wir nicht die Waffenruhe verletzen wollen", sagte Kaim. Dem widerspricht allerdings der Fernsehsender Al-Jazeera. Demnach drangen die Gaddafi-Soldaten auch in westliche Vororte von Benghazi ein.

Die libysche Führung hatte am Freitag als Reaktion auf die Resolution des UNO-Sicherheitsrats eine sofortige Waffenruhe erklärt. Die Aufständischen und die libysche Führung warfen sich jedoch gegenseitig die Missachtung der Waffenruhe vor.

Einwohner von Benghazi sagten, sie würden von Gaddafi-Leuten angegriffen. "Gaddafis Streitkräfte rücken vor. Wir hören, dass sie sich 20 Kilometer vor Benghazi befinden", hatte ein Einwohner erklärt. Die ganze Nacht gab es Explosionen, wobei unklar war, ob es sich um Bombenangriffe oder Luftabwehrgeschütze handelte. Mehrere Kilometer vom Zentrum entfernt stiegen zwei Rauchwolken auf. Al-Jazeera berichtete auch von Artilleriefeuer im Zentrum von Benghazi.

Ein Jet wurde offenbar abgeschossen. Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten, stürzte die Maschine ab und schlug auf dem Boden auf. Ein Krankenhausmitarbeiter und Unterstützer der Rebellen sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Kampfjets beschössen die Straße zum Flughafen. Zwei bewaffnete Söldner seien in einem Auto voll mit Handgranaten durch die Stadt gefahren und hätten das Feuer auf Einwohner eröffnet. Laut einem Rebellen wurden die Männer getötet.

Die USA hatten Machthaber Gaddafi schon zuvor vorgeworfen, das Flugverbot zu missachten. Die UNO-Botschafterin der USA, Susan Rice, sagte dem US-Nachrichtensender CNN, falls Gaddafi nicht unverzüglich die Bedingungen der UNO-Resolution erfülle, müsse er die Konsequenzen tragen. Die USA und ihre Alliierten seien zum Handeln bereit. Nach der UNO-Resolution ist der internationalen Allianz gegen Gaddafi militärisch fast alles erlaubt bis auf den Einsatz von Bodentruppen.

Ein Militärschlag der internationalen Gemeinschaft gegen das Gaddafi-Regime könnte wegen der offensichtlichen Missachtung des Flugverbots und der andauernden Kämpfe noch am Wochenende erfolgen. Eine Intervention sei binnen Stunden nach dem Gipfel am Samstag in Paris möglich, sagte Frankreichs UNO-Botschafter Gerard Araud in einem Interview mit dem britischen Fernsehsender BBC. An dem Sondertreffen zur Lage in Libyen sollen neben den USA, Großbritannien und Frankreich u.a. auch arabische Staaten teilnehmen.

- APA

Wirtschaft

12 Fragen: Den Brexit verstehen

Sturmschäden: Wann die Versicherung zahlt

Versicherung

Sturmschäden: Wann die Versicherung zahlt

Bitcoins aus der Trafik: Grazer Start-up braucht keine Bankkonzession

Wirtschaft

Bitcoins aus der Trafik: Grazer Start-up braucht keine Bankkonzession