Lufthansa stößt bmi ab

Lufthansa-Vorstand Stefan Lauer hat am Montag in Wien bestätigt, dass die deutsche Airline ihre defizitäre britische Tochter British Midlands (bmi) zum Verkauf stellt.

Eine Investmentbank wurde mit der Unterstützung bei der Partnersuche beauftragt. Ein Verkauf von bmi sei ebenso eine Option wie ein Teilverkauf oder die Einbringung in eine Partnerschaft. Dezidiert ausgeschlossen hat Lauer heute, dass der - ebenfalls noch defizitären - österreichischen Tochter AUA (Austrian Airlines) ein ähnliches Schicksal blühen könnte.

Auch Spekulationen, wonach Thierry Antinori im Frühjahr seinen Job an der AUA-Spitze nicht antrat, weil er die AUA für unsanierbar gehalten haben soll, wies Lauer am Rande eines Luftfahrtsymposiums in Wien vor Journalisten zurück: Dieses falsche Gerücht werde man "fachlich widerlegen".

"Die AUA ist sanierbar. Daran habe ich nicht den Hauch eines Zweifels", erklärte Lauer heute.

Die AUA wird, wie ihr Aufsichtsratschef Lauer vor einigen Wochen bereits erklärt hat, ihr Gewinnziel heuer nicht erreichen. Allerdings seien "Fukushima" und die Nahostkrise nicht dem Management anzukreiden. Heuer werde es nur wenige Airlines geben, die ihre Ergebnisziele erreichten.

Wann die AUA nun schwarze Zahlen schreiben soll? "So bald wie möglich", sagte Lauer heute. Am 1. November kommt nun Jaan Albrecht (bisher Chef der Star Alliance) als neuer AUA-Chef. Wieviel Zeit er hat, die AUA über die Null-Linie zu bringen, sagte Lauer am Montag nicht. Da nenne er keine Vorgabe, zumal er nicht wolle, "dass die Öffentlichkeit mit dem Messgerät dahintersteht".

Wie schmerzlich die Airlinebranche Kosten reduzieren müsse, zeige sich gerade an der AUA, die in ihrer Kostenstruktur heute weder links noch rechts in der Lage sei mitzuspielen, meinte Lauer in seinem Vortrag beim Symposium.

Die österreichische Tochter sei noch nicht ausreichend effizient, um zu wachsen. Sie könne im Geschäft nur mithalten, wenn sie auch in der Lage sei, ihre Investitionen zu verdienen. Bei den Kosten gebe es noch weitere Stellschrauben, die aber zum Teil noch zu definieren seien. Aber auch die Erträge müssten steigen. Aktuell soll die AUA mehr Geschäft in höherwertigen Buchungsklassen lukrieren, also mit Geschäftsreisenden. Hier liegt sie weit unter Lufthansa-Niveau.

Die beiden AUA-Vorstände Peter Malanik und Andreas Bierwirth sollen bleiben und mit Albrecht den Dreiervorstand bilden, sagte Lauer.

Mit der britischen bmi sei die AUA schon deshalb nicht vergleichbar, weil sie an ihrem Heimatflughafen Wien Nummer eins sei. bmi hingegen sei an ihrem Home-Hub in Großbritannien nur "mit großem Abstand die Nummer zwei".

- APA

Wirtschaft

12 Fragen: Den Brexit verstehen

Sturmschäden: Wann die Versicherung zahlt

Versicherung

Sturmschäden: Wann die Versicherung zahlt

Bitcoins aus der Trafik: Grazer Start-up braucht keine Bankkonzession

Wirtschaft

Bitcoins aus der Trafik: Grazer Start-up braucht keine Bankkonzession