Lieferengpässe belasten Firmen immer mehr

Die Stimmung von Firmenchefs sinkt. Lieferprobleme machen den Firmen zu schaffen". So hatten Fachleute mit einem geringeren Rückgang des deutschen Stimmungsbarometers für die Wirtschaft, dem Geschäftsklimaindex ifo, gerechnet. Die Folgen der Knappheit an Material und steigender Preise für Unternehmen und Konsumenten und womit in den nächsten Monaten zu rechnen ist. Wie Österreich und Osteuropa im Vergleich dazu da steht.

Lieferengpässe belasten Firmen immer mehr

Ifo-Index fiel zum 4. Mal in Folge

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen hat sich im Oktober zum vierten Mal in Folge verschlechtert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank von 98,9 Zählern im September auf 97,7 Punkte, wie das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut am Montag zu seiner Umfrage unter 9.000 Führungskräften mitteilte. Befragte Fachleute hatten mit einem Rückgang auf 97,9 Punkte gerechnet.

"Lieferprobleme machen den Firmen zu schaffen", sagte Clemens Fuest, Präsident des deutschen Wirtschaftsforschunginstitutes Ifo. Die Auslastung der Kapazität in der Industrie sinkt. "Sand im Getriebe der deutschen Wirtschaft hemmt die Erholung." Die Manager beurteilten ihre Lage und die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate skeptischer als zuletzt.

Sommer 2021: Wirtschaft dürfte sich noch beschleunigt haben
Die deutsche Wirtschaft war wegen der Coronakrise Anfang des Jahres um zwei Prozent geschrumpft, dann aber im Zuge der Lockdown-Lockerungen im Frühjahr um 1,6 Prozent gewachsen. Trotz der Lieferengpässe bei wichtigen Vorprodukten gehen viele Ökonomen davon aus, dass sich das Wachstum im abgelaufenen Sommer-Quartal beschleunigt haben dürfte. Das Kieler IfW-Institut etwa erwartet, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,2 Prozent zum Vorquartal zulegte. Wegen der globalen Materialknappheit und steigender Corona-Infektionen dürfte die Konjunktur im laufenden Schlussquartal allerdings wieder an Schwung verlieren. Dies signalisierten jüngst auch die Umfragen bei Industrie und Dienstleistern zum Einkaufsmanagerindex.

Österreich steht deutlich besser da
Österreich steht derzeit noch besser da. Im zweiten Quartal ist die Wirtschaft laut Statista gegenüber dem Vorquartal um 3,6 Prozent gewachsen. Damit gab es zum ersten Mal seit dem 3. Quartal 2020 wieder ein Wachstum und deutlich höher als prognostiziert. Für das Gesamtjahr 2021 geht das österreichische Wifo mit Blick auf ein deutlich über den Erwartungen liegendes zweites Quartal von einem von 4,0 auf 4,4 Prozent nach oben revidierten Wirtschaftswachstum für 2021 aus, für 2022 rechnet es mit einem leicht nach unten gesetzten Plus von 4,8 Prozent. "Die Corona-Krise liegt hinter uns", erklärte Wifo-Chef Gabriel Felbermayr.

Im Schlussquartal kommt Wachstum fast zum Stillstand
Wegen der globalen Materialknappheit und steigender Coronainfektionen dürfte die Konjunktur im laufenden Schlussquartal allerdings wieder Schwung verlieren. Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe prognostiziert, die deutsche Wirtschaft könnte im laufenden Herbstquartal wohl nur noch um rund 0,5 Prozent wachsen.

Hohe Energiekosten, steigende Lebensmittelpreise
Die explodierenden Energiekosten drücken ebenfalls auch die Stimmung sowohl auf die der Konsumenten als auch auf die von Firmenlenkern. Denn die hohen Kosten für Material und Energie bringt die Firmen finanziell unter Druck, Verträge können oft nicht eingehalten werden, die Lieferungen stocken und auch der Zahlugnsfluss.
Energie ist denn auch laut OECD derzeit der größte Inflationstreiber. Frühestens Mitte 2022 rechnen die Experten der Weltbank mit einem nachlassenden Druck auf die Preise, wenn auch dann mit höheren Preisen für die Energie gerechnet wird. Stark steigende Preise werden auch für Lebensmittel erwartet. Manche Experten rechnen für das kommende Jahr mit einer Verdoppelung der Preise von Lebensmitteln. Zumindest von einer Verteuerung von einigen Prozentpunkten für viele Produkte, die die Unternehmen dann an den Endkonsumenten weiter geben, rechnen Wirtschaftsforscher. Gedämpfte Stimmung in den Chefetagen gibt es auch durch nach wie vor gestörte Lieferketten. Konsumenten müssen etwa auf Haushaltsgeräte oder Möbel monatelang warten.


Die Preisexplosion am Energiemarkt nimmt dramatische Ausmaße an

Firmen drosseln Produktion
Eine der Folgen von Materialknappheit und steigender Energiekosten: Erste Unternehmen drosseln die Produktion: So hat der heimische Kunststoffhersteller Borealis die Produktion von Düngermitteln gekürzt. Der Chemiekonzern BASF hat die Düngerproduktion ebenfalls bereits heruntergefahren. So mancher Düngemittelhersteller sieht sich durch den massiven Anstieg der Energiekosten gar in seiner Existenz bedroht. Der Verband der deutschen chemischen Industrie dazu: "Die Preisexplosion am Energiemarkt nimmt dramatische Ausmaße an." Wie in Österreich sind auch in Deutschland zusätzlich auch noch die Steuern und Abgaben auf Energie in der EU überdurchschnittlich hoch.
Der Autohersteller VW produziert so wenig Autos wie zuletzt im Jahr 1958. Beim Autobauer ist es die Folge eines eklatanten Chipmangels, der den Aufschwung der gesamten Branche stoppt. Ohne fehlender Teile wäre die Branche auf eines der besten Monate ihrer Geschichte zugesteuert. Auch Toyota kappte beispielsweise ebenfalls bereits die Produktion. Der Handy-Bauer Apple hat angekündigt heuer um 13 Prozent, das sind zehn Millionen Stück, weniger Geräte zu bauen.

Privater Konsum lässt Osteuropa stärker wachsen als die Eurozone
Neben der Entwicklung in Österreich macht auch jene Osteuropas Hoffnung. Das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) hat seine Prognose für die 23 Länder Zentral-, Ost- und Südosteuropas neuerlich kräftig angehoben und rechnet nun für heuer mit einem Wirtschaftswachstum von 5,4 Prozent. Damit dürfte die Region 2021 deutlich stärker wachsen als die Eurozone, für die ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um 4,8 Prozent erwartet wird. Haupttreiber des Wachstums in Osteuropa ist der private Konsum.

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