Libyen: Luftangriffe dauern an

Die internationale Militäroperation gegen Libyen dauert an. Frankreich und die USA flogen am Sonntag erneut Angriffe gegen Stellungen des Regimes von Machthaber Gaddafi. Dieser kündigte unterdessen im Staatsfernsehen einen Abwehrkampf seines Volkes gegen die internationale Militärintervention an.

"Alle Libyer sind nun bewaffnet", sagte er in der Ansprache im staatlichen Fernsehen, in der er nur zu hören und nicht zu sehen war. "Wir werden gegen euch kämpfen, wenn ihr eure Angriffe fortsetzt", sagte er an die westliche Allianz gewandt, die am Vortag mit Militärschlägen gegen Stellungen des Regimes begonnen hatte.

"Dies ist nun eine Konfrontation des libyschen Volkes mit Frankreich, Großbritannien und den USA, mit den neuen Nazis", erklärte Gaddafi. Alle Libyer bewaffneten sich nun, nachdem die Rüstungsdepots für sie geöffnet worden seien. "Wir kämpfen in unserem Land, wir verteidigen unsere Ehre", führte er weiter aus. Die Luftangriffe der westlichen Koalitionstruppen würden in jedem Fall abgewehrt. Seine Bodentruppen würden erfolgreich sein, sagte Gaddafi weiter.

Frankreich und die USA setzten indes ihre Luftangriffe auf die Gaddafi-Truppen fort, hieß es aus Militärkreisen. Das Verteidigungsministerium in London teilte mit, britische Kriegsflugzeuge hätten bei den Angriffen über Nacht vor allem auf libysche Luftabwehrsysteme gezielt. "Die meisten Ziele waren in der Region um Tripolis", sagte ein Sprecher.

Gaddafi-Truppen griffen unterdessen weiter das von ihnen eingeschlossene Misrata an. Die Stadt würde von drei Seiten mit Artilleriegeschützen beschossen, sagte ein Bewohner der BBC. Wohngebiete lägen unter schwerem Feuer. Der Beschuss stellt eine Verletzung der Weltsicherheitsratsresolution vom Donnerstag dar, die es den Gaddafi-Truppen verbietet, Zivilisten anzugreifen. Misrata, 210 Kilometer östlich von Tripolis, ist Libyens drittgrößte Stadt. Bei den heftigen Kämpfe zwischen Aufständischen und Regierungstruppen waren am Freitag und Samstag in der Küstenstadt Benghazi nach Krankenhausangaben mehr als 90 Menschen ums Leben gekommen.

- APA

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