Leitbörsen in Fernost sacken ab

Der Nikkei-225 Index in Tokio legte am Dienstag den größten Kurssturz seit der Finanzkrise hin. Er sackte um 1.015,34 Zähler oder 10,55 Prozent auf 8.605,15 Punkte ab und verbuchte damit das größte Minus seit Oktober 2008.

Zwischenzeitlich war das Barometer sogar um mehr als 14 Prozent abgestürzt - dies wäre der größte Verlust seit dem Börsencrash 1987 gewesen. Der Hang Seng Index in Hongkong fiel um 667,63 Zähler (minus 2,86 Prozent) auf 22.678,25 Einheiten.

Die Märkte in Singapur und Sydney kamen bisher ein bisschen besser weg, lagen aber ebenfalls klar im roten Bereich. Der FTSE Straits Times Index schloss bei 2.946,08 Zählern und einem Minus von 84,78 Punkten oder 2,80 Prozent. Der All Ordinaries Index in Sydney fiel um 100,2 Zähler oder 2,13 Prozent auf 4.609,9 Einheiten. Der Shanghai Composite gab um 1,41 Prozent oder 41,371 Zähler auf 2896,256 Punkte nach.

Ein Analyst sprach von "Panikverkäufen". Der Ausverkauf in Japan signalisiere einen erheblichen Vertrauensverlust der Anleger angesichts der nuklearen Zwischenfälle, was kurzfristig auch die anderen Aktienmärkte belasten dürfte. Marktbeobachter sprachen von einer Abkehr von Aktienmärkten hin zu den Festverzinslichen. Die Kurse von als sicher geltenden Staatsanleihen schossen in die Höhe.

Hauptgrund für die Flucht in Sicherheit ist der drohende Ausweitung der Atomkatastrophe in Japan. So spitzt sich die Lage in dem Atomkraftwerk Fukushima immer weiter zu. Hinzu kommen ungünstige Wetterverhältnisse: Da der Wind nun aus Richtung Norden kommt, könnte austretendes radioaktives Material ins Landesinnere und damit in die Millionen-Metropole Tokio gelangen. Der massive Kurssturz dürfte die enormen wirtschaftlichen Folgen des Erdbebens weiter verschärfen. Allein der Börsenwert der größten an der japanischen Börse notierten Konzerne ist bisher in dieser Woche um rund 700 Mrd. Dollar (502 Mrd. Euro) gefallen.

Zu den größten Verlierern zählten erneut Energietitel. Die Aktien des Kraftwerksbetreibers Tepco wurden nicht gehandelt. Auch Toshiba-Aktien wurden nicht gehandelt. Der Industriekonzern stellte mehrere Reaktoren in dem Unglückskraftwerk her und wollte seine Atomtechnik verstärkt ins Ausland verkaufen. Außerbörsliche Kaufangebote deuteten auf einen Kurssturz von 20 Prozent hin.

Toyota rutschten 7,40 Prozent auf 3.065 Yen und Mitsubishi UFJ verloren 8,75 Prozent. Die Titel notierten bei 365 Yen. Honda und Suzuki mussten 3,91 Prozent auf 2.374 Yen bzw. 8,72 Prozent auf 1.665 nachgeben. Das Beben in Japan zwingt zum Produktionsstillstand.

Minenwerte hatten unter sinkenden Rohstoffwerten zu leiden. So gaben Indexschwergewichte wie BHP Billition in Australien 2,54 Prozent auf 42,97 Australische Dollar und Rio Tinto um 2,20 Prozent auf 77,41 Australische Dollar nach. Unter der fallen Nachfrage nach Atomenergie hatten Konzerne wie Paladin Energy zu leiden. Satte 17,47 Prozent auf 3,26 Australische Dollar gaben die Titel des Uranium-Produzenten nach.

- APA

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