Trend Logo

Lage im russischen Hochwassergebiet weiter verschlimmert

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
Schwere Überflutungen in Russland
©APA/APA/AFP/VALERY MELNIKOV
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Die Lage im russischen Hochwassergebiet verschlechtert sich nach Behördenangaben weiter. Insgesamt seien aktuell bis zu 15.600 Wohnhäuser und rund 28.000 bewohnte Grundstücke überflutet, wie die Behörden am Montag mitteilten. Als besonders gefährlich gilt die Situation für die Menschen im Gebiet Kurgan, wo das Hochwasser des Flusses Tobol im Südwesten Sibiriens innerhalb von 24 Stunden um eineinhalb auf rund 6,50 Meter anstieg.

von

Betroffen waren auch die Region Orenburg durch Rekordwasserstände im Fluss Ural, aus dem vom gleichnamigen Gebirge Massen der schmelzenden Eis- und Schneemengen abfließen.

Das ungewöhnlich starke Frühjahrshochwasser hat bereits viel Infrastruktur, darunter Straßen und Brücken, zerstört. Die Schäden werden von Behörden allein im Gebiet Orenburg mit der gleichnamigen Gebietshauptstadt und der Großstadt Orsk aktuell auf mehr als 40 Milliarden Rubel (400 Millionen Euro) geschätzt, dürften aber deutlich höher liegen. Dutzende Brücken sind für den Verkehr gesperrt. Wegen der Seuchengefahr durch einen Mangel an sauberem Wasser begannen die Behörden auch mit Impfungen gegen Hepatitis A.

Viele Russen beklagen, dass die Behörden zu spät gewarnt hätten vor der Gefahr und auch Hilfe nur unzureichend und schleppend komme. Betroffen sind laut Behörden 193 Ortschaften in 33 Regionen Russlands, darunter die Gebiete Samara und Omsk. Auch im Gebiet Nowosibirsk mit großen Flüssen stellten sich die Behörden auf Hochwasser ein.

Im Gebiet Kurgan forderte Gouverneur Wadim Schumkow die Menschen erneut mit Nachdruck auf, ihre Dokumente, Wertsachen und Kleidung einzupacken und sich in Sicherheit zu bringen. Die Situation sei sehr schwierig und entwickle sich weiter negativ, teilte Schumkow bei Telegram mit. Polizisten würden gemeinsam mit Sportfreunden aus Vereinen Patrouillen organisieren, um Plünderungen zu verhindern.

Innerhalb von 24 Stunden waren laut Behörden mehr als 3.000 überflutete Wohnhäuser und mehr als 4.000 bewohnte Grundstücke am Montag hinzugekommen. Am stärksten betroffen war weiter das Gebiet Orenburg, wo insgesamt noch 15.000 Wohnhäuser und 23.600 Grundstücke überschwemmt waren. Dort gilt der Ausnahmezustand. Seit Beginn der Katastrophe Anfang April sind mehr als 18.000 Wohnhäuser und rund 37.000 bewohnte Grundstücke von der Flut erfasst worden. Bei den Evakuierungen im Gebiet Orenburg, wo der Wasserstand im Fluss Ural teils wieder zurückging, wurden mehr als 16.500 Menschen in Sicherheit gebracht.

Nach einem schneereichen Winter fällt das Frühjahrshochwasser im geografischen Grenzgebiet zwischen Europa und Asien in diesem Jahr so stark aus wie seit Jahrzehnten nicht. Die Schäden an den vollgelaufenen Häusern treffen Hunderttausende Menschen. Betroffen ist auch die benachbarte Republik Kasachstan in Zentralasien.

A person walks in floodwater from the overflowing Nerl River in front of the Church of the Intercession on the Nerl off the settlement of Bogolyubovo in the Vladimir region on April 13, 2024. The church was inscribed on the UNESCO World Heritage List in 1992. (Photo by Valery MELNIKOV / AFP)

Über die Autoren

Logo
Abo ab €16,81 pro Monat
Ähnliche Artikel
Abfallausfuhren seit 2004 um 72 Prozent gestiegen
Nachrichtenfeed
Ab Montag strengere Regeln für Müllexporte aus EU
Im Saarland waren ganze Straßenzüge überflutet
Nachrichtenfeed
Weltweit schwere Schäden und Überflutungen nach Unwettern
Rettungskräfte kämpften gegen die Zeit
Nachrichtenfeed
Immer mehr Tote bei Überschwemmungen im Süden Brasiliens
Heftiger Wind und Wellen von mehr als zwei Meter
Nachrichtenfeed
Zyklon "Hidaya" trifft bereits überschwemmtes Ostafrika
Menschen suchen Schatten und klimatisierte Räume auf
Nachrichtenfeed
53 Grad gefühlte Temperatur auf den Philippinen
Strengere Grenzwerte für Feinstaub, Stickstoffdioxid und Schwefeldioxid
Nachrichtenfeed
EU-Parlament für schärfere Luft-Standards
Im Vorjahr war es in Europa außergewöhnlich heiß
Nachrichtenfeed
Vorjahr brachte Höchststand an Hitzetagen in Europa
Überflutungen in der Provinz Guangdong
Nachrichtenfeed
Erdrutsche in Südchina - Jahrhundertflut befürchtet
Die Ursache für das Feuer war zunächst unklar
Nachrichtenfeed
Brand der alten Börse in Kopenhagen unter Kontrolle
Orsk wurde als erste Stadt von der Flut getroffen
Nachrichtenfeed
Russland und Kasachstan ringen weiter mit Hochwasser
Evakuierungen in Russland und Kasachstan
Nachrichtenfeed
Massenevakuierungen in Russlands Überschwemmungsgebiet
Klimawandel ist offensichtlich
Nachrichtenfeed
Menschenrechtsgericht verurteilte Schweiz in Klimaklage