"Kurier" baut Personal ab: 36 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet

Der "Kurier" baut Personal ab. Die Geschäftsführung der Tageszeitung wird am kommenden Montag 36 Mitarbeiter beim AMS zur Kündigung anmelden. Darüber informierte am Freitag der "Kurier"-Betriebsrat in einer Pressemitteilung. Betroffen sind demnach Redakteure und kaufmännische Mitarbeiter, darunter auch mögliche Änderungskündigungen. Der Betriebsrat protestierte und stellte Kampfmaßnahmen in den Raum, die Geschäftsführung der Tageszeitung kündigte für Freitagnachmittag eine Stellungnahme an.

Für die betroffenen Mitarbeiter wurde laut Betriebsrat "in seriösen Verhandlungen mit der Geschäftsführung" bereits ein Sozialplan ausverhandelt. Dieser sieht freiwillige Abfertigungszahlungen, die Einrichtung einer eigenen Arbeitsstiftung sowie einen vom Arbeitgeber dotierten Fonds für soziale Härtefälle vor. Kritik übte Betriebsratsvorsitzender Christoph Silber am Umstand, dass vor allem über 50-Jährige - laut Belegschaftsvertretung 15 der Betroffenen - von den geplanten Kündigungen betroffen seien. Dies sei eine "soziale Bombe" und widerspreche der langjährigen Tradition des "Kurier", befand Silber.

Durch den in dieser Form geplanten Personalabbau sei aus der Sicht des Betriebsrats und der Belegschaft "die Produktion der Tageszeitung in der gewohnten Form nicht mehr gewährleistet", wie es hieß. "Dienste können nicht mehr besetzt werden, massive Überstundenleistungen und/oder Neueinstellungen sind die logische Konsequenz und stellen auch die vom Eigentümer geforderten Sparziele in Frage." Die Personalkürzungen und Umstellungen in der Produktion würden weiters zu einer massiven Einschränkung der Qualität führen, die den "Kurier" nachhaltig am Markt schädige.

Bei einer Betriebsversammlung am Freitag wurde der Betriebsrat von der Belegschaft der "Kurier"-Redaktion einstimmig mit einer Urabstimmung über mögliche Kampfmaßnahmen gegen den Personalabbau beauftragt. Sollten die in den nächsten Tagen stattfindenden Verhandlungen mit Geschäftsführung und Chefredakteur zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis führen, werde die am Freitag lediglich unterbrochene Betriebsversammlung fortgesetzt und weitere Aktionen könnten beschlossen werden. Auch die Journalistengewerkschaft habe ihre Unterstützung zugesagt, teilte der Betriebsrat mit.

Im Geschäftsjahr 2008/2009 verzeichnete die "Kurier Redaktionsgesellschaft m. b. H & co KG" einen Personalstand von 234 (Vollzeitäquivalente), dem Vernehmen nach sind derzeit rund 300 Mitarbeiter voll- oder teilzeit-beschäftigt.

- APA

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