Kulterer weist jede Schuld am Hypo-Debakel von sich

Der ehemalige Vorstandschef der Kärntner Hypo Group Alpe Adria, Wolfgang Kulterer, hat am Freitag ausführlich seine Unschuld beteuert. Bei einer Pressekonferenz in Klagenfurt betonte er, er sei nicht bereit, "die Pauschalschuld seit 1992 zu schultern". Mit Geldwäsche und der Bildung einer kriminellen Vereinigung habe er nie etwas zu tun gehabt, auch Parteienfinanzierung habe es nicht gegeben.

Aus Kulterers Sicht ist die Bayerische Landesbank schuld an dem Debakel, das im Dezember vergangenen Jahres in der Notverstaatlichung des Geldinstituts gegipfelt war. Wer die Bilanzen und die Entwicklungen genau analysiere, sehe deutlich, "dass der echte Skandal in der Zeit der BayernLB passiert ist". Die Verantwortung liege bei den Bayern, die das Geldinstitut 2007 gekauft hatten. Kulterer: "Da sind 2008 zwölf Milliarden Wachstum gewesen, in der Krise, und dabei wurde kein Risiko eingekauft? Da lachen ja die Hühner."

Den Vorwurf der Falschaussage vor dem Landtags-U-Ausschuss, den die Staatsanwaltschaft gegen Kulterer erhebt, erklärte der Banker so: Er habe damals die Unterlagen nicht mitgehabt und sich möglicherweise bei einigen Terminangaben geirrt. Bei der Befragung war es darum gegangen, wann die BayernLB Interesse am Kauf der Hypo gezeigt hatte. Dazu meinte Kulterer: "Am 26. 3. 2007 ist die Interessensbekundung der Bayern bei der Kärntner Landesholding eingelangt und davor sind alle Termine Makulatur."

Der am Freitag bekanntgewordene Vorwurf, dass Kulterer bei der Hypo Liechtenstein drei Mio. Euro in bar abgehoben und für sich behalten habe, sei völlig absurd. "Wenn ein Kunde sein Geld in bar haben will, dann sind wir dazu verpflichtet, dem nachzukommen." Das Geld sei auf ein Transferkonto nach Liechtenstein überwiesen worden. Er habe dann das Geld abgehoben und dem Kunden ausgehändigt. Wer glaube, dass er die Millionen als Hypo-Vorstandschef abgehoben und dann für sich behalten habe, müsse ihn ja für "bescheuert" halten, so Kulterer.

Persönlich stehe er wieder dort, wo er vor 25 Jahren begonnen habe. Er besitze keine Ländereien, habe kein Einkommen, seine Reserven seien aufgebraucht. Er werde alle Vorwürfe gegen ihn entkräften und dann noch einmal etwas aufbauen, kündigte er an.

- APA

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