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An die Privathaushalte vergaben die Banken zu Beginn der zweiten Jahreshälfte 0,5 Prozent mehr Darlehen als ein Jahr zuvor, nach einem Plus von 0,3 Prozent im Juni.
Die Geldmenge M3 nahm im Juli erneut um 2,3 Prozent zu. Befragte Ökonomen hatten hingegen mit einem kräftigeren Wachstum von 2,7 Prozent gerechnet. M3 umfasst Bargeld, Einlagen auf Girokonten sowie Geldmarktpapiere und Schuldverschreibungen.
Volkswirten zufolge kann die Entwicklung der Geldmenge Hinweise darauf geben, wie sich die Inflation im Währungsraum entwickeln könnte. "Insgesamt lassen die Zahlen auf eine leichte Verbesserung der konjunkturellen Dynamik hoffen", kommentierte Ökonom Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen Thüringen (Helaba) die Entwicklung. "Monetärer Inflationsdruck lässt sich davon aber nicht ableiten, denn die Zuwachsrate ist noch recht schwach."
Angesichts der nachlassenden Inflation hat die EZB im Juni ihren Leitzins erstmals seit Jahren gesenkt - vom Rekordniveau von 4,50 auf 4,25 Prozent. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass die EZB im September nachlegen wird. Das könnte die Nachfrage nach Krediten befeuern.
Ob es zu der Zinssenkung kommt, hängt auch von den neuen Inflationsdaten für August ab. Das europäische Statistikamt Eurostat veröffentlicht dazu am Freitag eine erste Schätzung. Erwartet wird, dass die Teuerungsrate auf 2,2 Prozent fällt, nachdem sie im Juli noch 2,6 Prozent erreicht hat. Die EZB strebt einen Wert von 2 Prozent an.
FRANKFURT:MAIN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/A3399 Arne Dedert