Knalleffekt rund um die Ermittlungen der Justiz gegen Grasser und Meischberger

Wieder ein Knalleffekt rund um die Ermittlungen der Justiz gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und seinen Freund und Trauzeugen Walter Meischberger: Die Wochenzeitung "Falter" kündigte an, in ihrer Mittwoch erscheinenden Ausgabe die Abhörprotokolle der Ermittler von Telefongesprächen der im Buwog-Skandal Beschuldigten Grasser, Meischberger und Ernst Karl Plech unzensiert zu veröffentlichen.

Die Dokumente sind Teil einer parlamentarischen Anfrage, die die Grüne Abgeordnete Gabriela Moser Dienstag früh im Präsidium des Nationalrats eingebracht hat. Die Protokolle dürfen daher laut "Falter" nach dem Mediengesetz veröffentlicht werden, da sie Teil von drei parlamentarischen Anfragen geworden sind, die dem Magazin vorliegen.

Grasser gibt Meischberger demnach am Telefon ausführliche Tipps, wie er vor den Behörden aussagen soll. Meischberger selbst sagt laut Protokoll einmal zu Grasser, "Da bin ich jetzt supernackt", weil er offenbar nicht weiß was er bei der Justiz als Leistung für eine Provision der Porr angeben soll. Grasser rät ihm, "da würd ich halt ein bisschen eine Recherche machen". Meischberger solle im Internet über die Projekte des Baukonzerns nachlesen. Meischberger kontert, "da sag ich lieber nix".

Im Zentrum der abgehörten Gespräche stehen Zahlungen des Baukonzerns Porr, die an Meischberger geflossen sind. Der börsenotierte Baukonzern hat alle Schmiergeldvorwürfe bisher entschieden zurückgewiesen. Die von den Ermittlern abgehörten Telefonate fanden kurz nach Hausdurchsuchungen bei der Porr und anderen am 28. Jänner 2010 statt. Die nun in einer parlamentarischen Anfrage der Grünen Gabriela Moser und im "Falter" veröffentlichten Abhörprotokolle betreffen Telefonate am 29. Jänner, 1. und 2. Februar.

Auch über Ex-Porr-Chef Horst Pöchhacker wird diskutiert. Plech sagt laut Protokoll im abgehörten Gespräch mit Meischberger, "der Pöchhacker hat gewusst davon", Pöchhacker habe auch "in der Schreibangelegenheit...interveniert", mit Meischberger habe Pöchhacker aber keinen Kontakt gehabt. Für Pöchhacker gilt die Unschuldsvermutung.

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- APA

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