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"Klassische Verhandlungsrunde" um neuen Metaller-KV

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Am Tisch liegt der Wunsch nach 11,6 Prozent mehr Lohn und Gehalt
©APA/ROBERT JAEGER
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Vertreter der Wirtschaftskammer (WKÖ) und der Gewerkschaften PRO-GE und GPA haben heute, Montag, die Kollektivvertragsverhandlungen für die metalltechnische Industrie aufgenommen. In der ersten Runde gehe es vor allem darum, sich auf die Rahmenbedingungen zu einigen, hieß es dazu von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite. Es wurden die wirtschaftlichen Daten sowie die Forderungen der Arbeitnehmer erörtert, teilten Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter unisono mit.

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Vertreter der Wirtschaftskammer (WKÖ) und der Gewerkschaften PRO-GE und GPA haben heute, Montag, die Kollektivvertragsverhandlungen für die metalltechnische Industrie aufgenommen. In der ersten Runde gehe es vor allem darum, sich auf die Rahmenbedingungen zu einigen, hieß es dazu von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite. Es wurden die wirtschaftlichen Daten sowie die Forderungen der Arbeitnehmer erörtert, teilten Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter unisono mit.

Es handle sich um eine "klassische Verhandlungsrunde", hieß es aus Verhandlungskreisen. Die Gespräche sollen bis in die frühen Abendstunden fortgeführt werden. Die Forderung der Gewerkschaft sieht für die rund 200.000 Beschäftigten eine Lohnerhöhung um 11,6 Prozent vor. Basis dafür sei die rollierende Inflation von 9,6 Prozent. Zudem fordert die Gewerkschaft, dass die sechste Urlaubswoche leichter zu erreichen sein soll. Und es solle die Möglichkeit einer Freizeitoption geben: Also keine Lohnerhöhung, dafür mehr Freizeit. Weiters sollten die und 8.000 Lehrlinge nach dem Lehrabschluss bei der Einstufung mit den Absolventinnen und Absolventen höherer berufsbildender Schulen gleichgestellt werden.

Die Arbeitgeber verwiesen jedoch auf einen Produktionsrückgang um 5,5 Prozent, die Auftragseingänge seien um 18 Prozent gesunken. Von den mehr als 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei erwarte fast jedes dritte Unternehmen ein negatives Betriebsergebnis (EBIT), so die Position der Wirtschaftskammer.

Laut den Ökonomen vom Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) und vom Institut für höhere Studien (IHS) führen hohe Abschlüsse nicht zu einer Lohn-Preis-Spirale, da 80 Prozent der Produktion ohnehin in den Export gehen würden. Der höheren Kaufkraft stünde jedoch das schwierige wirtschaftliche Umfeld für die Industrie entgegen.

Zurückhaltend zeigte sich Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) "Es steht der Regierung nicht an, hier zu kommentieren", sagte er am Montag bei einer Arbeitsmarkt-Pressekonferenz auf Journalistennachfrage. Kocher verwies aber auf die relativ hohe Inflation, die Konjunktureintrübung und Fragen zur Wettbewerbsfähigkeit. "Es sind schwierige Voraussetzungen für Lohnverhandlungen", so der Wirtschaftsminister. Bei KV-Abschlüssen werde man "die Schwierigkeiten" und das Kaufkraft-Thema berücksichtigen müssen. "Diesen Spagat werden die Verhandler finden müssen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das gelingt."

Chefverhandler Reinhold Binder (PRO-GE) und der Obmann der Metalltechnischen Industrie in der Wirtschaftskammer, Christian Knill (M.) vor Beginn der Metaller-KV-Verhandlungen am Montag, 25. September 2023, in der Bundeswirtschaffskammer in Wien.

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