Kein Durchbruch für Romney am "Super Tuesday"

Der vermeintliche Favorit Mitt Romney siegte zwar nach Prognosen amerikanischer TV-Sender bei den Vorwahlen in sechs der zehn Bundesstaaten. Doch ausgerechnet die wichtigste Abstimmung in Ohio gewann er nur mit einem hauchdünnen Vorsprung gegen seinen schärfsten Widersacher Rick Santorum. Der erzkonservativen Ex-Senator errang Siege in drei Staaten.

Eine Entscheidung, wen die Republikaner im November bei der Präsidentschaftswahl gegen Amtsinhaber Barack Obama ins Rennen schicken, ist damit weiter nicht absehbar. Womöglich zieht sich der ohnehin schon zermürbende Vorwahlkampf bis zum Sommer hin. Dem Demokrat Obama kann das nur recht sein. Schon jetzt profitiert er in Umfragen davon, dass sich seine potenziellen Rivalen gegenseitig zerfleischen und so für Negativ-Schlagzeilen sorgen.

Am Dienstag setzte Romney sich souverän in seinem Heimatstaat Massachusetts durch, wo er einst Gouverneur war. Außerdem siegte er in Vermont und Idaho, wo viele Glaubensbrüder des Mormonen leben, und in Virginia, wo Santorum nicht auf dem Wahlzettel stand. Auch Alaska ging nach einem Bericht des Fernsehsenders CNN an Romney. Santorum punkte dagegen in Tennessee, Oklahoma und North Dakota. Das beweise, dass er am besten die konservative Philosophie der Republikaner vertrete, sagte der streng gläubige Katholik. Er habe ein paar Gold- und eine ganze Schar Silbermedaillen ergattert. "Wir haben im Westen gewonnen, im Mittleren Westen und im Süden und wir werden im ganzen Land gewinnen."

Wie schon bei den früheren Vorwahlen zeigte sich auch diesmal, dass Santorum vor allem bei Evangelikalen und Arbeitern an der Basis besser ankommt, als der Multimillionär Romney, den viele Anhänger der Republikaner für abgehoben und zu moderat halten. In Ohio retteten Romney die weiblichen Wähler vor einer Niederlage. Viele lehnen Santorums strikte Haltung zu Abtreibung und Verhütung ab. Der Bundesstaat stand im Mittelpunkt des Wahlmarathons am Dienstag. Hier hat sich schon so manche Präsidentenwahl mit entschieden, denn die vielen Wechselwähler stimmten mal für den Kandidaten der Demokraten, mal für den der Republikaner. Wer in Ohio bei der Vorwahl gewinnt, dem werden generell gute Chancen im Duell gegen Obama eingeräumt. Romney hatte hier auf einen klareren Sieg und somit eine Vorentscheidung gehofft. Dies blieb jedoch aus.

Konservativer Süden steht auf Santorum

Und auch im konservativen Süden der USA gab es für ihn erneut nichts zu holen. Dort aber stehen die nächsten Vorwahlen an. Das ist ein Vorteil für Santorum. Für ihn könnte sich allerdings Newt Gingrich als Problem entpuppen. Der frühere Vorsitzende des Repräsentantenhauses siegte am Dienstag in Georgia und will nun weiter im Rennen bleiben. Ungewiss ist dagegen das Schicksal von Ron Paul, dem vierten im Bunde der Bewerber. Der Kongressabgeordnete hatte in Alaska auf seinen ersten Vorwahl-Sieg gehofft.

Chancen auf die Nominierung werden aber mittlerweile weder Gingrich noch Paul eingeräumt. Dazu haben sie bei den bisherigen Vorwahlen zu wenige Delegiertenstimmen eingesammelt. Romney führt, aber auch er ist noch weit von den 1144 Stimmen entfernt, die er bei dem Parteitag Ende August benötigt, um sicher zum Kandidaten gekürt zu werden. "Wir zählen die Delegierten für den Parteitag und es sieht gut aus", bewertete er denn auch den Ausgang des "Super Tuesday" zurückhaltend.

Reuters

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