Kapitalspritze für die AUA: Lufthansa macht 140 Millionen Euro locker

Die Lufthansa stockt das Eigenkapital ihrer defizitären Tochter Austrian Airlines unter Vorbehalt um 140 Millionen Euro auf. Der Beschluss des Lufthansa-Aufsichtsrats setze die Umsetzung erfolgreicher Sanierungsmaßnahmen voraus, sagte Lufthansa-Chef Christoph Franz am Donnerstag in Frankfurt.

Die Lufthansa-Tochter AUA hat im Geschäftsjahr 2011 wieder einen hohen Verlust eingeflogen: Im operativen Geschäft verlor das Unternehmen 59,4 Mio. Euro, nach einem Abgang von 64,7 Mio. Euro im Jahr 2010.

Das ursprüngliche Ziel, operativ einen Gewinn zu machen, wurde verfehlt, räumt die AUA ein, auch wenn der Verlust um 8,2 Prozent niedriger ausfiel als 2010. Das Ergebnis vor Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) fiel sogar um um 35,4 Prozent von 170 Mio. Euro 2010 auf 109,9 Mio. Euro Jahr 2011. Die operativen Gesamterlöse machten 2011 2,16 Mrd. Euro aus, nach 2,15 Mrd. Euro 2010. Die Zahl der Mitarbeiter fiel von 6.943 Ende 2010 auf 6.777 Ende 2011.

Die AUA konnte 2011 auch ihr gesteigertes Angebot nicht verkaufen. Die angebotenen Sitzkilometer stiegen um 5,9 Prozent, die ausgelasteten Passagierkilometer hingegen nur um 1,7 Prozent, sodass die Auslastung um 3,1 Prozentpunkte auf 73,8 Prozent fiel. Vier Ursachen macht die AUA dafür aus: Der Einbruch bei Flügen in den Nahen Osten aufgrund der politischen Umwälzungen in der Region (arabischer Frühling), der Rückgang bei Langstreckenflügen-Flügen nach dem Tsunami in Japan und der Überschwemmung in Bangkok, der gestiegene Ölpreis sowie die Auswirkungen der zweiten Finanzkrise.

Einsparungen von 200 Millionen Euro stehen bevor

Die AUA will heuer über 200 Mio. Euro einsparen und hat dazu mit Wirtschaftspartnern und Personal verhandelt. Starke Eingriffe verlangt das Unternehmen vom fliegenden Personal. Zuletzt hat der AUA-Aufsichtsrat beschlossen, den Übergang des AUA-Flugbetriebs auf die Regionalflugtochter Tyrolean vorzubereiten. Auch steht eine Kapitalspritze im Raum.

APA

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