Kärntner Hypo schreibt wieder schwarze Zahlen – keine Dividende für Staatshilfe

Die Kärntner Hypo ist 2011 wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Sie weist nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS) einen Gewinn (vor Minderheiten) von 69,3 Mio. Euro aus. 2010 hatte es noch einen Verlust von 1,08 Mrd. Euro gegeben.

Eine Dividende auf die Staatshilfe gibt es aber trotzdem nicht, denn dafür wird das Ergebnis nach österreichischer Buchhaltung (UGB) herangezogen: Und hier ergibt sich ein Verlust von 164,7 Mio. Euro, wie die Bank am Dienstag mitteilte.

Die Hypo profitiert bei der internationalen Rechnungslegung - wie andere Banken auch - davon, dass ihre Anleihen weniger Wert geworden sind und daher in den Büchern neu bewertet werden müssen. Der Sondereffekt ("Fair-Value-Bewertung") machte 2011 126,3 Mio. Euro aus.

Die Bank hat aber auch deutlich verringerte Risikovorsorgen (230 Mio. Euro statt 1,2 Mrd. Euro im Jahr davor) verbucht. Das harte Kernkapital (Tier-1) sank von 6,6 auf 6,2 Prozent, die Eigenkapitalquote von 10,3 auf 9,8 Prozent. Von Land oder Bund garantierte Verbindlichkeiten wurden um gut 3 Mrd. Euro auf 45 Prozent der gesamten Verbindlichkeiten reduziert. Dazu gehörte auch die vorzeitige Tilgung von 751 Mio. Euro an bundesbehafteten Darlehen. Aus Griechenland-Anleihen hat die Bank 29,4 Mio. Euro Verlust verbucht. Für Bürgschaften der Republik wurden 20 Mio. Euro gezahlt. Die Bilanzsumme schrumpfte um 10 Prozent von 38,7 Mrd. Euro Ende 2010 auf 35,1 Mrd. Euro Ende 2011.

Österreich-Geschäft soll verkuaft werden

Die Bank sieht sich nun in vier "Säulen" aufgestellt: Das Österreich-Geschäft mit einer Bilanzsumme von 4,3 Mrd. Euro und 54.000 Kunden gilt als verkaufsbereit und profitabel. Das Italien-Geschäft mit einer Bilanzsumme von 3,5 Mrd. Euro und 42.000 Kunden ebenso. Das Netzwerk in Südosteuropa hat eine Bilanzsumme von 12,5 Mrd. Euro und 1,1 Mio. Kunden. Die Mehrheit der Banken sei profitabel, Verkaufsvorbereitungen laufen. Dann bleibt noch ein "Abbaubereich" mit 10 Mrd. Euro in der Bilanz und 27.000 Kunden. Hier bemüht sich die Bank um "Werterhaltung und Kapitalschonung".

In Südosteuropa ist Kroatien die größte Tochterbank: 416.000 Kunden werden von 1.687 Mitarbeitern in 73 Filialen betreut, die Bilanzsumme liegt bei 5 Mrd. Euro. In Slowenien betreuen 673 Mitarbeiter in 27 Filialen 89.000 Kunden, die Bilanzsumme liegt bei 4,2 Mrd. Euro. In Serbien sind es 897 Mitarbeiter in 49 Filialen, die bei 199.000 Kunden 1,6 Mrd. Euro Bilanzsumme verbuchen. In Bosnien-Herzegowina kommt die Bank bei 360.000 Kunden und 96 Filialen mit 1.122 Mitarbeitern auf 1,5 Mrd. Euro Bilanzsumme, in Montenegro bei 33.000 Kunden und 10 Filialen mit 221 Mitarbeitern auf 0,3 Mrd. Euro Bilanzsumme.

APA/hahn

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