Kämpfe um Tripolis halten an

In der libyschen Hauptstadt Tripolis haben sich Rebellen und Truppen des einstigen Machthabers Gaddafi auch am Dienstag heftige Gefechte geliefert. Die Rebellen stellen sich auf einen längeren Kampf um das Anwesen von Gaddafi ein. Unterdessen ist der Gaddafi-Sohn Saif al-Islam doch nicht in der Gewalt der Rebellen.

Journalisten trafen Gaddafis zweitältesten Sohn Saif al-Islam in dem Wohnkomplex des libyschen Führers in der Hauptstadt Tripolis. Er sei in einem gepanzerten Fahrzeug vorgefahren und habe sich zuversichtlich gezeigt, die Aufständischen noch zu besiegen: "Wir haben den Rebellen das Rückgrat gebrochen. Es war eine Falle." Auf die Frage, ob sein Vater sich noch in Tripolis befinde und in Sicherheit sei, habe er achselzuckend "selbstverständlich" erwidert.

"Ich bin gekommen, um die Lügen zu widerlegen", sagte er. Dutzende Anhänger Gaddafis hätten ihn mit libyschen Fahnen und Porträts des Machthabers und seines Sohns empfangen. Saif al-Islam habe ihnen versichert, "Tripolis ist unter unserer Kontrolle".

Die Rebellen hatten in der Nacht zuvor die Festnahme Saif al-Islams gemeldet, später wurden die Informationen vom Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, Luis Moreno-Ocampo, bestätigt. Der Gaddafi-Sohn wird vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht.

Auch Mohammed al-Gaddafi, der laut Rebellen in Tripolis gefasst worden war, befindet sich nicht mehr in Gewahrsam der Aufständischen. Er sei seinen Bewachern entkommen, bestätigte am Montag ein ranghoher Vertreter der Gaddafi-Gegner in Bengasi. Im Gegensatz zu seinem Bruder spielte er jedoch keine politische Rolle, sondern war Geschäftsmann.

Die NATO griff unterdessen nach Berichten des arabischen Nachrichtensenders Al-Arabiya in Tripolis die Gaddafi-Residenz an. Wie der Sender unter Berufung auf Angaben der Rebellen berichtete, waren vom Gelände der Residenz in Bab Al-Aziziya schwere Explosionen und Gewehrfeuer zu hören. Wo sich Gaddafi aufhält, ist nach wie vor unbekannt. Als möglicher Aufenthaltsort gilt das Bunkersystem unter der Residenz.

"Es ist noch nicht vorbei", sagte US-Präsident Barack Obama am Montag in einer von den großen amerikanischen TV-Sendern ausgestrahlten Audio-Botschaft zur Lage in Libyen. Noch hätten die Rebellen den Machtkampf in Tripolis nicht endgültig gewonnen. "Doch so viel ist klar: Das Gaddafi-Regime ist am Ende und die Zukunft Libyens liegt in der Hand des Volkes", sagte er.

- APA

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