Juraczka als Parteichef der Wiener ÖVP nominiert

Der nicht amtsführende Stadtrat Manfred Juraczka (42) ist am Montagabend vom Landesparteivorstand der Wiener ÖVP erwartungsgemäß als neuer Parteichef nominiert worden. Er folgt in dieser Funktion auf Christine Marek, die im vergangenen September das Handtuch geworfen hat. Die endgültige Wahl des designierten Obmanns soll im Frühjahr kommenden Jahres bei einem Parteitag erfolgen.

Bis dahin übt die Nationalratsabgeordnete Gabriele Tamandl den Job weiterhin interimistisch aus. Der künftige Obmann sitzt erst seit kurzem für die Stadt-Schwarzen im Stadtparlament, seine Angelobung als Stadtrat erfolgte Ende September. Zuvor war er unter anderem stellvertretender Bezirksvorsteher in Hernals.

Schnelle Entscheidung nach 1,5 Stunden Sitzung

Laut Interimschefin Tamandl wurde Juraczka im Vorstand von einer "überwältigenden Mehrheit" gewählt. Die Entscheidung erfolgte auch ziemlich rasch - nach nicht einmal eineinhalb Stunden Sitzungsdauer. Der nicht amtsführende Stadtrat wurde vom Landesparteivorstand mit mehr als 85 Prozent der Stimmen als neuer Obmann nominiert. Die offizielle Kür soll am 25. Februar 2012 bei einem Parteitag erfolgen. Auch vier neue Stellvertreter wurden heute präsentiert.

'Es muss sich einiges ändern'

Juraczka zeigte sich am Montag zufrieden über seinen Wahlerfolg: "Ich freue mich über dieses tolle Votum", versicherte er am Montagabend. Und er kündigte sogleich an: "Es muss sich einiges ändern. Ich habe einfach Freude an der Politik und ich glaube, dass es jetzt so etwas wie einen bürgerlichen Gegenentwurf zu dieser Stadtregierung braucht, völlig unbenommen, wie es der Wiener ÖVP gerade in internen Belangen geht", erklärte Juraczka. Es gebe einen Bedarf an bürgerlicher Politik in dieser Stadt: "Ich denke, es ist höchst an der Zeit, dass wir uns nicht mit Interna beschäftigen, sondern wieder rausgehen zu den Leuten, mit ihnen reden und Modelle anbieten, wo wir wieder zur Heimat für bürgerliche Menschen in dieser Stadt werden können."

ÖVP bei Wien-Wahl 2010 nur 13,99%

Juraczka betonte außerdem: "Ich sage ganz offen, es ist Zeit, dass sich in der Politik in dieser Stadt etwas ändert - nicht nur in der ÖVP. Da hat uns ja das Wahlergebnis in Kenntnis gesetzt, dass wir so manches ändern müssen." Die Volkspartei erzielte bei der Wien-Wahl 2010 ein desaströses Resultat von 13,99 Prozent.

- APA, Red

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