IWF: Österreich fast aus der Krise, nun Tempo beim Schuldenabbau

Österreichs Wirtschaft hat sich von der Krise schon fast vollständig erholt, nun sollen die Bemühungen zur Budgetkonsolidierung vorangetrieben werden. Dies fordert der Internationale Währungsfonds in seinem am Dienstag in der Oesterreichischen Nationalbank in Wien präsentierten Bericht zur Länderprüfung Österreichs.

Auch der Finanzsektor heile seine Wunden nach den schweren Schocks der Jahre 2008 und 2009, "aber dieser Aufschwung macht die Lehren aus der Krise nicht weniger wichtig", so der IWF. Konkrete Empfehlungen richtete der IWF an Politik und Wirtschaft: Die Maßnahmen der Regierung zur Budgetkonsolidierung sollten schon ab 2012 gesetzt werden und sich auf die Bereiche Pensionen, Gesundheitswesen und Subventionen konzentrieren. Eine breite Verwaltungsreform wäre notwendig und könnte maßgeblich helfen Kosten zu sparen.

Die Banken sollten raus aus dem Staatshilfeprogramm und ihr Eigenkapital stärken, dies solle Vorrang vor der Ausschüttung von Dividenden und weiterer Expansion haben. Mit Bildungsreformen sollte das Potenzial der Migrantenkinder in der Schule und der Studierenden an den Universitäten besser genutzt werden. Die Subventionen sowohl im öffentlichen Sektor als auch in der Privatwirtschaft sollten transparenter und zielgerichteter eingesetzt werden.

Österreichs Wirtschaft sei insgesamt in guter Verfassung, betonte die IWF-Missionschefin für Österreich, Enrica Detragiache, heute bei der Präsentation der IWF-Länderprüfung nach Artikel IV zu Österreich. "Die Erholung ist fast abgeschlossen". Die Arbeitslosigkeit in Österreich sei eine der niedrigsten in ganz Europa. Die durch kurzfristige Effekte angestiegene Inflation werde wieder sinken. Die öffentliche Verschuldung müsse aber gesenkt werden, und der Konsolidierungsplan der österreichischen Regierung sei "zu zögerlich", kritisierte sie.

Wenn Österreich sich nicht bemühe, könnte - wie bei jedem Land ohne Stabilisierungsbemühungen - das Triple-A-Rating des Landes verloren gehen, so die IWF-Missionschefin auf eine Frage. Derzeit gebe es aber keine unmittelbare Gefahr eines Downgrading für Österreich. Auch OeNB-Chef Ewald Nowotny unterstrich, dass Österreich gemeinsam mit Deutschland und den Niederlanden Teil eines "europäischen Stabilitätszentrums" sei.

- APA

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