IWF: "Der Euro-Franken-Mindestkurs darf nicht von Dauer sein"

Zwar stuft der Internationalen Währungsfonds (IWF) die Euro-Kursuntergrenze der Schweizerischen Nationalbank (SNB) als angemessene Reaktion auf die Gefahr eines Wachstumseinbruchs ein. Sobald sich die Wirtschaftslage normalisiert habe, sollte diese Politik aber wieder aufgegeben werden, mahnte der IWF.

Eine Verzögerung dabei drohe die Inflation zu schüren. Den richtigen Zeitpunkt für den Ausstieg zu finden, sei allerdings schwierig, räumte IWF-Vertreterin Enrica Detragiache in Bern ein. "Das genaue Timing ist knifflig."

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im September einen Mindestkurs von 1,20 Franken für die Hauptexportwährung Euro festgelegt und das mit der Deflations- und Rezessionsgefahr durch den überbewerteten Franken begründet. Nach Einschätzung der Notenbank zeigte die Kursuntergrenze Wirkung und hat die Wirtschaft des Landes stabilisiert. Die SNB hält dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von etwa einem Prozent für erreichbar.

Insgesamt attestiert der IWF der Schweiz eine solide wirtschaftliche Verfassung. Nach einem verhaltenen ersten Halbjahr dürfte sich demnach das Wachstum in der zweiten Hälfte dieses Jahres beschleunigen. Die Euro-Schuldenkrise und die Frankenstärke blieben allerdings Risikofaktoren. Und angesichts der auf geraume Zeit niedrigen Zinsen bestehe die Gefahr einer Überhitzung des Immobilienmarkts. Der IWF mahnte weiter an, dass die Großbanken des Landes möglichst rasch die Qualität ihrer Eigenkapitalausstattung verbessern.

Reuters/hahn

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