Irlands Premier Cowen kämpft ums politische Überleben

Das von der Pleite bedrohte Irland verliert immer mehr politische Handlungsfähigkeit. Unter dem Druck der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds appellierte der angeschlagene Ministerpräsident Brian Cowen auch an die Opposition im Parlament, den Sparhaushalt mit Kürzungen von sechs Milliarden Euro mitzutragen. Anderenfalls sei die Auszahlung internationaler Hilfen aus dem Rettungsschirm von EU, Eurozone und Internationalem Währungsfonds in Gefahr. Irland braucht Hilfen von bis zu 100 Milliarden Euro.

Irland, das am Sonntag unter den Rettungsschirm geschlüpft war, soll Hilfen von bis zu knapp 100 Milliarden Euro erhalten. Finanzminister Brian Lenihan machte am Dienstag nochmals deutlich, dass der an diesem Mittwoch zu verkündende Vierjahresplan mit Einsparungen von 15 Milliarden Euro ebenfalls Voraussetzung für die weiteren Verhandlungen mit dem IWF, der EU und der Europäischen Zentralbank sei.

Das Budget von Finanzminister Lenihan enthält allein für 2011 Kürzungen in Höhe von sechs Milliarden Euro. Es soll einen Beitrag zur Bewältigung der Finanzkrise leisten, in die Irland nach einer geplatzten Immobilienblase und dem teilweisen Kollaps seines überdimensionierten Bankensystems gestürzt war. Das Haushaltsdefizit stieg auf 32 Prozent.

Auch Spanien bekommt die Unsicherheit der Anleger zuspüren. Die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen sind am Dienstag auf einen neuen Rekordstand gestiegen. Der Aufschlag weitete sich am Abend aus. Die Rendite für zehnjährige Staatspapiere aus Spanien lag zuletzt bei 4,867 Prozent, während die als besonders sicher geltenden deutschen Staatsanleihen pro Jahr 2,545 Prozent abwarfen.

Händler machten eine enttäuschend verlaufene Auktion in Spanien für die steigende Risikoscheu verantwortlich. Zudem laste die Unsicherheit über Irland auch nach dem Hilfsgesuch des Landes vom Wochenende auf dem Markt.

- APA

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