Interpol fahndet nach Wikileaks-Gründer Assange

Der Gründer der umstrittenen Internetplattform Wikileaks, Julian Assange, ist auf die Fahndungsliste von Interpol gesetzt worden. Der Australier werde wegen der gegen ihn in Schweden erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe gesucht, teilte die internationale Polizeiorganisation mit. Wer Angaben über Assange machen könne, solle sich an die örtliche Polizei wenden, hieß es auf der Internetseite.

Assange gilt als das Gesicht von Wikileaks. Ein Gericht in Stockholm hatte kürzlich einen Haftbefehl gegen den 39-Jährigen wegen Vergewaltigung und sexueller Belästigung von zwei Frauen ausgestellt. Die Ermittlungsleiterin bei der schwedischen Staatsanwaltschafthatte ihren Antrag damit begründet, dass Assange zu den Vorwürfen befragt werden müsse.

Der Australier hatte die Vorwürfe stets bestritten und von einer Schmutzkampagne gegen ihn und Wikileaks gesprochen. Wenige Stunden vor der Mitteilung durch Interpol hatte sein Anwalt noch in Schweden ein Berufungsgericht angerufen und die Aufhebung des schwedischen Haftbefehls beantragt.

Nach Angaben eines Interpol-Sprechers stellte Schweden am 20. November den Antrag auf einen internationalen Haftbefehl. Dieser sei nun erlassen worden, indem die Anfrage aus Stockholm einen sogenannten roten Vermerk bekam. Auf der sogenannten Red-Notice-Liste stehen Verdächtige, die festgenommen werden sollen, um an ein Land überstellt zu werden, in dem gegen sie ermittelt wird. Damit werden alle 188 Interpol-Staaten aufgefordert, diesen Befehl zu vollstrecken, wenn der Gesuchte bei ihnen im Land ist. Wo sich Assange derzeit aufhält, ist unklar.

Wikileaks sorgt derzeit weltweit mit der Veröffentlichung vertraulicher Dokumente aus dem US-Außenministerium für Aufsehen, weil diese ein Schlaglicht auf die Außenpolitik der USA werfen und oft wenig schmeichelhafte Einschätzungen von Regierungschefs in aller Welt beinhalten. Von den mehr als 250.000 Depeschen haben rund 2.100 einen Österreich-Bezug. Bisher publiziert wurden allerdings nur zwei, beide tragen als Absender das Büro der US-amerikanischen UNO-Vertretung in Wien, UNVIE. In einem auf der Homepage der UNVIE-Vertretung publizierten Statement sieht sich UNO-Botschafter Glyn Davies zwar außerstande, die Echtheit der bereits veröffentlichten und der kommenden Depeschen ("Cables") zu bestätigen, allerdings bedauere er die Verbreitung vertraulicher Informationen und die damit verbundenen "Peinlichkeiten" und "Unannehmlichkeiten".

In China wurde die Website wikileaks.org indes geblockt. Grund sind offenbar die Depeschen, in denen es unter anderem um Pekings Verbündeten Nordkorea geht.

- APA

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