Zypern: So soll der Bank-Run verhindert werden

Zypern: So soll der Bank-Run verhindert werden

Ein Entwurf für einen Erlass, der der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch vorlag, sieht Grenzen für Auslandsüberweisungen sowie Auflagen für Immobilienverkäufe und die Abwicklung von Exportgeschäften vor.

Für die Pläne gab es zunächst keine offizielle Bestätigung. In dem Papier hieß es, die Schritte basierten auf Vorschlägen der Zentralbank Zyperns. Die Zentralbank hatte am Mittag die Chefs der zypriotischen Banken bestellt, um sie über Pläne für die Wiederöffnung der Banken am Donnerstag zu informieren.

Im einzelnen sollen dem Entwurf zufolge Auslandsüberweisungen und Zahlungen mit Kreditkarten im Ausland pro Person und Bank auf 5.000 Euro beschränkt werden. Zyprioten sollen zudem pro Auslandsreise maximal 3.000 Euro Bargeld mit sich führen dürfen. Der Entwurf sieht zudem vor, dass Festgeldanlagen nicht vorzeitig gekündigt werden dürfen. Im Ausland studierende Zyprioten sollen zur Finanzierung ihres Lebensunterhaltes pro Quartal maximal 10.000 Euro aus der Heimat erhalten können.

Exporteinnahmen müssen den Behörden binnen zwei Wochen gemeldet werden. Dies gilt auch für Gewinne, die mit dem Verkauf von Immobilien erzielt werden. Wie die griechische Zeitung "Kathimerini" am Mittwoch unter Berufung auf einen Regierungserlass berichtete, wird die Einlösung von Schecks untersagt. Zyprische Unternehmen sollen demnach aber importierte Waren bezahlen können, wenn sie entsprechende Unterlagen vorweisen können. Die Maßnahmen würden ab Donnerstag für eine Woche in Kraft bleiben.

Polizei bereitet sich auf die Öffnung der Banken vor

Abhebungen von Kunden sollen zudem auf 300 Euro pro Tag begrenzt werden. Die Begrenzungen bei der Bank of Cyprus und der Laiki Bank dürften sogar mit 100 Euro festgesetzt werden. Die Kontrollen müssten "einige Wochen" in Kraft bleiben, erklärte zuvor noch Finanzminister Michalis Sarris der BBC.

Unterdessen scheint die geplante Wiedereröffnung der Banken am Donnerstag nach einer zwölftägigen Schließung alles andere als gesichert. Es sei "sehr unwahrscheinlich", dass die Filialen der beiden bisher größten Banken Bank of Cyprus und Laiki, am Donnerstag wieder öffneten, sagte ein EU-Vertreter in Nikosia. Die Sprecherin der zyprischen Zentralbank, Aliki Stylianou, zeigte sich unterdessen noch optimistisch: "Die Hinweise gehen in die Richtung einer Wiedereröffnung." Es wäre schon "sehr gut", wenn "die anderen Banken" (außer Bank of Cyprus und Laiki) öffneten, sagte hingegen der EU-Vertreter.

Die Führungen aller Geldinstitute und Genossenschaftsbanken Zyperns trafen sich heute Mittag in der Zentralbank zu Beratungen unter Vorsitz des Chefs der Notenbank, Panikos Demetriades. Dies berichtete das Staatsfernsehen (RIK). Dabei wurden die Details und die Einschränkungen im Kapitalverkehr besprochen, die nach erwarteten Öffnung der Banken gelten sollen. Aus Kreisen der Bank of Cyprus war zu erfahren, in vielen Filialen der Banken "gebe es Bewegung". Auch aus Kreisen der Polizei hieß es, dass es Vorbereitungen angesichts einer Öffnung der Banken gebe.

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