Zypern – Die Probleme der Banken

Zypern – Die Probleme der Banken

Zypern steht vor der Staatspleite, weil die beiden größten Banken des Landes marode sind. Sie spielen daher in den Bemühungen zur Rettung des Euro-Landes eine zentrale Rolle. Es folgt ein Überblick über die beiden Institute:

Bank of Cyprus:

Die Wurzeln der größten Bank der Mittelmeer-Insel reichen zurück bis 1899. Im Dezember 2007 war das Kreditinstitut an der Börse noch 7,5 Milliarden Euro wert, jetzt sind es nur noch 400 Millionen. Der Schwerpunkt der Bank mit ihren 11.000 Mitarbeitern liegt auf Privatkunden in Zypern und Griechenland. Im Gegensatz zu anderen Geldhäusern kommen hier nur zehn Prozent der Einlagen von insgesamt 27,8 Milliarden Euro von Kunden außerhalb der Euro-Zone. Im Schnitt kommt die Branche in Zypern auf 30 Prozent. Vor allem Russen und Briten haben ihr Geld bei der Bank of Cyprus angelegt, oft sehr reiche Personen. Für sie könnte es jetzt teuer werden. Denn im Gespräch ist eine Zwangsabgabe von rund 25 Prozent für Kunden der Bank, die ein Guthaben von mehr als 100.000 Euro haben.

Der Löwenanteil des Kreditbuchs entfällt auf den Heimatmarkt sowie das andere Euro-Sorgenkind Griechenland. Dem Geschäftsbericht für 2011 zufolge liegen vier von fünf Aktien in privaten Händen, überwiegend gehalten von Anlegern aus Zypern und Griechenland. 2011 hat die Bank wegen des Schuldenschnitts für Griechenland mit Hellas-Anleihen 1,6 Milliarden Euro verloren. In den ersten neun Monaten 2012 haben sich zudem die Rückstellungen für faule Kredite mehr als verdoppelt - auf 800 Millionen Euro. Auch hier wirkte sich die Krise in Griechenland negativ aus.

Cyprus Popular Bank (Laiki):

Die Bank wurde vor mehr als 110 Jahren gegründet. Im November 2007 erreichte ihr Börsenwert mit 8,1 Milliarden Euro einen Höchststand, aktuell sind es noch magere 170 Millionen. Neben Privatkunden gibt es noch Töchter für Firmenkunden und Investmentbanking-Dienstleistungen.

Nach der staatlichen Rettung im Juni 2012, die ein Volumen von 1,8 Milliarden Euro hatte, kontrolliert Zypern 84 Prozent der Anteile. Der Rest liegt bei privaten und institutionellen Investoren. Laiki hat durch den Schuldenschnitt für Griechenland 2,3 Milliarden Euro verloren. In den ersten neun Monaten 2012 hat sich die Risikovorsorge für faule Kredite auf 400 Millionen Euro vervielfacht.

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