Zypern – Der fünfte Streich

Zypern – Der fünfte Streich

Das hoch verschuldete Zypern braucht als fünftes Euro-Land internationale Hilfen.

Die Regierung in Nikosia beantragte am Montag finanzielle Unterstützung aus den Euro-Rettungsschirmen. Diese solle den angeschlagenen Bankensektor stabilisieren und die Auswirkungen der Krise in Griechenland auf die drittkleinste Volkswirtschaft der Währungsunion mildern. Zypern galt schon seit einiger Zeit als Kandidat für Euro-Hilfen - das Land steckt tief in der Rezession und leidet unter dem großen Engagement seiner Banken im überschuldeten Griechenland.

Wenige Tage vor dem EU-Gipfel spitzt sich die Euro-Krise damit weiter zu: Nicht einmal eine Woche nach seiner Ernennung trat in Griechenland Finanzminister Vassilis Rapanos zurück. Unter anhaltendem Druck der Finanzmärkte beantragte am Montag zudem Spanien nun auch offiziell Hilfe der EU-Partner für seine maroden Banken von bis zu 100 Milliarden Euro.

Die Ratingagentur Fitch hatte am Morgen die Bonitätsnote Zyperns gesenkt und damit Spekulationen über einen bevorstehenden Hilfsbedarf angeheizt. Bislang suchten neben Spanien auch Griechenland, Irland und Portugal Zuflucht unter dem Euro-Rettungsschirm. Zyperns Regierung nannte keine konkrete Summe, die sie von den Euro-Partnern anstrebt. Die Hilfen würden so hoch ausfallen, wie für Banken-Rekapitalisierung und den Haushalt nötig werden könnte.

Finanzbedarf: Mindestens 1,8 Milliarden

Zypern steht das Wasser praktisch bis zum Hals. Das Land muss bis zum 30. Juni eine Kapitallücke von 1,8 Milliarden Euro bei dem landesweit zweitgrößten Geldhaus Cyprus Popular Bank schließen. Das sind rund zehn Prozent der Wirtschaftsleistung des Inselstaats. Demetris Christofias, der einzige kommunistische Staatschef in der EU, war bislang allerdings zurückhaltend, Hilfen bei seinen EU-Partnern zu beantragen: Denn in der Regel sind damit harte Spar- und Reformauflagen verbunden. Das Land verteidigt unter anderem vehement seine Unternehmenssteuern, die zu den niedrigsten in der Europäischen Union gehören.

Weil Zypern an den internationalen Kapitalmärkten kaum noch Geld bekommt und seit längerem als Rettungskandidat gehandelt wurde, sondierte die Regierung auch außerhalb der Euro-Zone Unterstützung. So reisten erst kürzlich Regierungsvertreter nach China. Die Regierung bestätigte, bei den Gesprächen in der Volksrepublik sei es um einen Kredit oder eine Investition bei der angeschlagenen Popular Bank gegangen. Auch Russland wurde immer wieder als Geldgeber gehandelt. In der vergangenen Woche hatte es in zypriotischen Kreisen geheißen, bei der Regierung in Moskau sei bereits ein Kredit beantragt worden. Offiziell wurde dies jedoch nicht bestätigt. Zypern hatte sich erst voriges Jahr 2,5 Milliarden Euro von Russland geliehen. Offen blieb, ob Zypern die Rettungshilfen der Euro-Partner ausreichen oder die Regierung Hilfe aus Russland oder China parallel benötigt. Für Dienstag hatte der Präsident die Spitzenpolitiker des Landes zu Beratungen über die wirtschaftliche Lage einberufen.

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