Zweifel an Spaniens Sparprogramm

Zweifel an Spaniens Sparprogramm

Das hoch verschuldete Spanien spart mit seinem Reformpaket einem Zeitungsbericht zufolge fast neun Milliarden Euro weniger ein als angekündigt.

Durch das in der vergangenen Woche vorgestellte Programm würden in den kommenden zweieinhalb Jahren 56,4 Milliarden Euro eingespart, berichtete die Zeitung "El Pais" am Samstag auf ihrer Internetseite. Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte aber am Mittwoch in Aussicht gestellt, dass Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen 65 Milliarden Euro in die leeren Kassen der Madrider Regierung spülen würden. Laut "El Pais" sollen die fehlenden 8,6 Milliarden Euro durch andere Maßnahmen zusammenkommen - wie neue Steuern in der Energiewirtschaft, die noch im Juli angekündigt würden.

Von den bisher vereinbarten 56,4 Milliarden Euro würden rund 29 Milliarden durch Steuererhöhungen und 27 Milliarden durch Ausgabenkürzungen erzielt, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise weiter. Im Finanzministerium war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Das Ressort hatte am Freitag vor Journalisten eine Aufschlüsselung der Reformmaßnahmen abgelehnt.

Spanien muss sein Haushaltsloch um 65 Milliarden Euro verkleinern, um bis 2014 das von der Europäischen Union (EU) vorgegebene Defizitziel von 2,8 Prozent zu erreichen. Das vor allem unter maroden Banken, hoher Arbeitslosigkeit und den Folgen einer geplatzten Immobilienblase leidende Euro-Land ringt mit den Reformen um das Vertrauen der EU und der Märkte.

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