Zuerst Griechenland, jetzt Zypern: Das Schuldenschnitt-Dilemma

Zuerst Griechenland, jetzt Zypern: Das Schuldenschnitt-Dilemma

Einerseits haben sie stets betont, Griechenland sei ein Einzelfall, andererseits drängt der Internationale Währungsfonds auf eine nachhaltige Finanzierung.

Es sei “absehbar”, dass der Schuldenstand Zyperns nach einer Rettungsaktion für die Banken des Landes sehr hoch und “nicht tragbar” sein wird, sagte Jörg Asmussen am Freitag in einem Interview im ARD-Fernsehen. Wenige Minuten nachdem das Mitglied im Direktorium der Europäischen Zentralbank sich geäußert hatte, kam Widerspruch vom luxemburgischen Ministerpräsidenten Jean-Claude Juncker, der die Eurogruppe leitet. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk betonte Juncker, die Abschläge, die private Schuldner im Fall Griechenlands hinnehmen mussten, seien eine Ausnahme gewesen. Damals sei die Rede von Griechenland gewesen, nicht von griechischsprachigen Ländern.

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat in der Nacht zum Freitag ihr Bonitätsurteil über Zypern zum dritten Mal in fünf Monaten gesenkt. Gleichzeitig betonte sie, das Risiko eines Zahlungsausfalls sei “beträchtlich, und es nimmt zu.” Die Schuldenlast Zyperns wird im kommenden Jahr auf 97 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und 2014 auf 103 Prozent des BIP ansteigen, lassen Prognosen der Europäischen Kommission erwarten. S&P rechnet für die Zeit nach einer Rettungsaktion für die zypriotischen Banken mit einem Anstieg auf “deutlich über 100 Prozent.”

Verhandlungen zwischen Zypern einerseits und IWF sowie europäischen Stellen andererseits ziehen sich bereits seit Juni hin - dem Monat, in dem Zypern als fünftes Mitgliedsland des Euroraums einen Antrag auf Hilfe stellte. Zypriotische Banken haben beim griechischen Schuldenschnitt über 4 Mrd. Euro verloren.

Er betrachte einen Schuldenschnitt nicht als vorrangiges Instrument, sagte Juncker und lehnte es ab, darüber Spekulationen anzustellen. Am Donnerstag hatte der IWF mitgeteilt, die Gespräche zwischen Zypern, dem IWF und den europäischen Partnern über eine “Finanzierungslösung für das Land, die mit einem nachhaltigen Schuldenstand vereinbar ist”, würden fortgesetzt. Der IWF rechne nicht mit einem Abschluss der Gespräche noch in diesem Jahr, hieß es weiter.

Juncker sagte, er hoffe, dass die 17 Finanzminister des Euroraums die Zypern betreffenden Fragen auf einer Tagung im Januar nahe abschließend behandeln. Es werde schwierig, den Steuerzahlern in Nordeuropa im Fall Zyperns die Notwendigkeit des Handels zu vermitteln, aber es müsse geschehen.

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