Zehntausende protestieren in Rom gegen Massenarbeitslosigkeit

Zehntausende protestieren in Rom gegen Massenarbeitslosigkeit

Zehntausende Menschen haben am Samstag in Rom gegen die Rekordarbeitslosigkeit im Land protestiert. Sie warfen der seit zwei Monaten amtierenden Regierung von Ministerpräsident Enrico Letta Untätigkeit vor. In zwei Marschkolonnen zogen sie mit Transparenten und bunten Luftballons durch das Zentrum der Stadt bis zum Platz vor der Lateran-Basilika. Dort hörten sie den Reden der drei größten Gewerkschaftsverbänden des Landes zu, die erstmals seit fast zehn Jahren gemeinsam zu einer großen Demonstration in der Hauptstadt aufgerufen hatten.

"Wir können die andauernden Versprechungen, die zu keinen klaren Entscheidungen führen, nicht mehr länger hinnehmen", sagte die Chefin der größten Gewerkschaft CGIL, Susanna Camusso. Weiter forderte Camusso "rasche Antworten zur Überwindung der Krise".

Notwendig seien "Steuererleichterungen für Arbeiter und Rentner zur Ankurbelung von Verbrauch und Produktion". Luigi Angeletti von der gemäßigten UIL sagte: "Genug der schönen Worte. Es reicht nicht, die Probleme aufzuzählen. Regierungen sind dazu da, sie zu lösen." Nach Angaben der Gewerkschaft haben sich an der Demonstration insgesamt mehr als 100.000 Menschen beteiligt.

Die linksbürgerliche Demokratische Partei (PD) unterstützte die Kundgebung. Ihr Vorsitzender Guglielmo Epifano, Vorgänger von Camusso an der Spitze der CGIL, beteiligte sich an der Demonstration. Ebenfalls zu dem Protest mobilisiert hatte der aus der katholischen Tradition stammende Gewerkschaftsbund CISL.

Kampf gegen Massenarbeitslosigkeit

Die Regierung von Ministerpräsident Enrico Letta von der Demokratischen Partei hat sich den Kampf gegen die Massenarbeitslosigkeit, insbesondere unter Jugendlichen, auf die Fahnen geschrieben. Im April stieg die Arbeitslosigkeit in Italien mit zwölf Prozent auf ein Rekordhoch. Bei den Unter-24-jährigen lag sie gar bei mehr als 40 Prozent. Dem nationalen Statistikamt zufolge dürfte die Zahl der Arbeitslosen faktisch noch viel höher liegen. Millionen Menschen hätten die Hoffnung auf eine Beschäftigung aufgegeben.

Das Mittelmeerland befindet sich seit Ende 2011 in der Rezession, die Schulden machen etwa 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus, und der Spielraum der Regierung zur Überwindung der Krise ist gering.

Kommende Woche will die aus linken und rechten Parteien gebildete Regierung Lettas ein Programm zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit vorlegen. Gewerkschafter haben die erwogenen Maßnahmen wie Steuerermäßigung für Unternehmen, die junge Menschen einstellen, als sinnlos bezeichnet.

Am Freitag hatten die EU-Finanzminister beschlossen, das Defizitverfahren gegen das hoch verschuldete Italien einzustellen. Ein Aufschub der Sparvorgaben ist möglich, wenn ein Land geforderte Reformen erfüllt, aber aufgrund schlechter Wirtschaftsdaten Probleme bei der Einhaltung der EU-Defizitregel von drei Prozent der nationalen Wirtschaftsleistung hat.

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