Zahl der Todesopfer in Wolgograd auf 33 gestiegen

Zahl der Todesopfer in Wolgograd auf 33 gestiegen

Bei einem Bombenanschlag auf einen Linienbus im russischen Wolgograd kamen 15 Menschen ums Leben. Die Stadt liegt 700 Kilometer von Sotschi entfernt, wo im Februar die Olympischen Winterspiele stattfinden. Islamistische Rebellen hatten im Sommer gedroht, das Sportereignis verhindern zu wollen.

Bei einem erneuten Bombenanschlag auf einen Linienbus in der südrussischen Stadt Wolgograd sind mindestens 15 Menschen getötet worden. Wie die Sicherheitsbehörden am Montag mitteilten, wurden bei der Explosion in einem Linienbus zudem 28 weitere Menschen verletzt. Die Ermittler gehen von einem Attentat aus. Erst am Sonntag waren bei einem Selbstmordanschlag auf den Hauptbahnhof der Stadt mindestens 18 Menschen getötet worden. Wolgograd liegt in der Nähe der Nordkaukasus-Region und rund 700 Kilometer von Sotschi entfernt, wo im Februar die Olympischen Winterspiele stattfinden. Islamistische Rebellen hatten im Sommer gedroht, das Sportereignis mit allen Mitteln verhindern zu wollen.

Fernsehbilder zeigten die Überreste des Oberleitungsbusses. Die Wucht der Detonation hatte sein Dach weggerissen und Trümmer über die ganze Straße verstreut. Zu beiden Anschlägen bekannte sich zunächst niemand. Sie ähnelten aber einem Anschlag im Oktober. Damals hatte sich eine Selbstmordattentäterin aus der russischen Region Dagestan in einem Linienbus in Wolgograd - dem früheren Stalingrad - in die Luft gesprengt und sechs Menschen mit in den Tod gerissen. Am Freitag war in der Stadt Pjatigorsk - knapp 300 Kilometer von Sotschi entfernt - eine Autobombe detoniert. Dabei wurden drei Menschen getötet. In den Kaukasus-Provinzen, zu denen auch Tschetschenien gehört, kämpfen Extremisten für einen islamistischen Staat. Die Anschläge schüren auch Sicherheitsbedenken vor den Olympischen Spielen. Präsident Wladimir Putin hatte der Staatengemeinschaft umfangreiche Sicherheitszusagen für die Wettkämpfe in Sotschi gegeben, die als sein Prestige-Projekt gelten. Putin ordnete am Sonntag umgehend schärfere Sicherheitsvorkehrungen an.

Putin trifft Geheimdienstchef

Kremlchef Wladimir Putin beauftragte den Inlandsgeheimdienst FSB, sich in die Ermittlungen einzuschalten. Der Präsident habe sich dazu mit FSB-Chef Alexander Bortnikow beraten, teilte der Kreml mit. Putin traf sich auch mit Regierungschef Dmitri Medwedew. Beide Politiker bekräftigten, dass die Terrorakte nicht ungesühnt bleiben dürften.

Zum Zeitpunkt der Explosion sei der Bus der Linie N15, die von einer Plattenbausiedlung in das Stadtzentrum führt, voll besetzt gewesen, sagte ein Mitglied der Rettungskräfte. Die Detonation habe das Fahrzeug völlig zerstört. "Der Knall war kilometerweit zu hören." Zu beiden Anschlägen bekannte sich zunächst niemand.

Wolgograd liegt nahe der unruhigen Kaukasusregion. Islamistische Rebellen wollen im Nordkaukasus einen islamistischen Staat errichten. Ihr Anführer Doku Umarow hatte im Juli in einem Video zu Anschlägen aufgerufen, um die Ausrichtung der Olympischen Spiele "mit allen Mitteln" zu verhindern.

US-Regierung und UNO verurteilten Angriff

Das US-Außenministerium hat den Terroranschlag in der südrussischen Stadt Wolgograd auf das Schärfste verurteilt. "Wir stehen an der Seite des russischen Volkes gegen jede Art von Terrorismus", hieß es in einer am Sonntag in Washington verbreiteten Stellungnahme.

Auch UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon sowie die Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats verurteilten das Selbstmordattentat, bei dem am Sonntag 15 Menschen sowie der Täter ums Leben kamen.

Ranko Krivokapic, der Präsident der Parlamentarischen Versammlung der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa), zu der Russland gehört, sprach in einer verurteilenden Aussendung von einem "Akt der Feigheit und Unmenschlichkeit". Er rief dazu auf, die Bemühungen gegen den Terror zu verstärken und vor den Olympischen Winterspielen im südrussischen Sotschi im Februar besonders wachsam zu sein.

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

Politik

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

International

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

der polnische Finanzminister Mateusz Szczurek will 700 Milliarden für Investitionen in Europa. Alle 28 EU-Mitgliedsstaaten sollen einzahlen
 

International

Polen will 700-Milliarden-Investitionsfonds für Europa