Wolfgang Schäuble: "Arbeitslose Jugendliche aus Südeuropa sind in Deutschland willkommen"

Wolfgang Schäuble: "Arbeitslose Jugendliche aus Südeuropa sind in Deutschland willkommen"

"Ausbildungsinteressierte Jugendliche und arbeitslose Fachkräfte aus Europa sind bei uns in Deutschland herzlich willkommen", schreibt der CDU-Politiker in einem Gastbeitrag für den "Tagesspiegel".

Der offene europäische Arbeits- und Ausbildungsmarkt müsse genutzt werden. Das wirtschaftlich wieder gesundende Europa dürfe nicht eine ganze Generation ausklammern. Die Enttäuschung von Millionen arbeitsloser Jugendlicher sei auch eine Gefahr für Demokratie und Akzeptanz Europas, erklärte Schäuble. "Wir sind im globalen Vergleich ein eher alter Kontinent, der es sich nicht leisten kann, seine Kinder an Populisten und Extremisten zu verlieren." SPD-Schatten-Arbeitsminister Klaus Wiesehügel mahnte hingegen, zunächst an junge Menschen ohne Ausbildung hierzulande zu denken.

Schäuble verwies darauf, dass im langfristigen EU-Haushalt sechs Milliarden Euro zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit vorgesehen seien, die zügig eingesetzt werden müssten. In der Übergangszeit sei aber Mobilität einer der Schlüssel zum Erfolg. Deutschland und Frankreich hatten kürzlich ein Job-Wachstumspaket angekündigt. Damit soll auch ein Kontrapunkt zum umstrittenen Konsolidierungskurs in Europa gesetzt werden.

5,7 Millionen junge Menschen ohne Job

In den 27 EU-Mitgliedstaaten sind laut Eurostat 5,7 Millionen junge Leute unter 25 Jahren arbeitslos. Besonders dramatisch ist die Lage in den Euro-Krisenstaaten: In Griechenland ist die Jugendarbeitslosigkeit im Februar auf 64 Prozent gestiegen, in Spanien lag sie zuletzt bei 56 Prozent. Aber auch in Frankreich (26,5 Prozent) grassiert die Jugendarbeitslosigkeit. Deutschland und Österreich stehen mit 7,6 Prozent am besten da. Zuletzt gab es in Deutschland rund 33.000 offene Lehrstellen. Mit 140 Millionen Euro will die Bundesregierung Sprachkurse für Ausländer finanzieren.

Wiesehügel, der dem Team von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück angehört, warnte allerdings davor, den Blick nur auf die Arbeitslosigkeit im Ausland zu werfen. "Wir sollten uns zuerst um die Probleme im eigenen Land kümmern", sagte der frühere Bau-Gewerkschaftschef dem "Tagesspiegel am Sonntag". Es gebe hier 1,5 Millionen junge Menschen ohne Berufsausbildung. "Bevor wir Bewerber aus Europa holen, sollten wir etwas für sie tun", sagte er. Es müsse aber auch geholfen werden, die Probleme in Europa zu lösen.

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