Wohin fließen sie, die Zypern-Milliarden?

Wohin fließen sie, die Zypern-Milliarden?

Von den Einlagen in Zypern entfallen 38 Milliarden Euro auf Konten mit über 100.000 Euro. Wohin wird das viele Geld in Zukunft fließen, das reiche Privatleute – meist Russen – auf Konten zyprischer Banken geparkt haben?

Bis zu 30 Prozent der Summe kassiert nach dem in der Nacht von Zypern und seinen internationalen Geldgebern ausgehandelten Rettungsdeal nun der Staat. Fachleute gehen davon aus, dass viele Reiche ihr nach diesem Zwangsaderlass verbliebenes Geld sofort von der Mittelmeerinsel abziehen, wenn die Kapitalverkehrskontrollen, die ab Dienstag das finanzielle Ausbluten des Landes verhindern sollen, wieder gelockert oder abgeschafft werden.

Die Suche nach neuen Finanzoasen hat längst begonnen. Ein Überblick :

Die SCHWEIZ
Über viele Jahre die Steueroase erster Wahl in Europa – dürfte wohl ausfallen als Parkplatz für die Milliarden aus Zypern. "Die Banken werden sich hüten, sich ein neues Problem einzuhandeln", sagte ein Zürcher Vermögensverwalter am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Seit die eidgenössischen Geldhäuser massiven Vorwürfen aus den USA und Deutschland wegen Beihilfe zu Steuerhinterziehung ausgesetzt sind, verschärfen die Institute in Zürich, Bern und Genf ihre internen Vorschriften über die Annahme ausländischer Vermögen. Dabei spielen nicht nur Steuerfragen eine Rolle. Die Banken hüten sich auch, mit dem Schweizer Geldwäsche-Gesetz in Konflikt zu geraten. "Es hat schon seinen Grund, wieso die Gelder nicht schon vorher in die Schweiz geflossen sind", sagte der Vermögensverwalter.

Die Hürden für Kapitalflüchtlinge sind in der Schweiz mittlerweile recht hoch. Die Banken haben sich verpflichtet, Geschäftsbeziehungen immer dann abzulehnen, wenn Zweifel an der Steuerehrlichkeit von Kunden oder gar der Verdacht auf Geldwäsche besteht. "Bei Geldern aus Zypern muss man mit großen Compliance-Problemen rechnen", erklärte ein Zürcher Banker. "Ich rechne nicht damit, dass eine Welle von zypriotischem Geld in die Schweiz fließt." Allerdings: "Dass die Bankkunden in Zypern zur Kasse gebeten werden, hat die Angst vieler vermögender Europäer und Amerikaner vor Enteignungen genährt." Dies könnte die Kunden dazu veranlassen, in den kommenden Monaten Geld in die Schweiz zu verlagern.

ALTERNATIVEN

Nach Einschätzung von Experten dürften viele Spekulanten, die bislang in Zypern von hohen Zinsen und niedrigen Steuern profitierten, in den kommenden Monaten ihr Geld auf die nach wie vor zahlreichen Steueroasen und dubiosen Finanzplätze der Welt verteilen. "Diversifizierung heißt hier das Stichwort für die Zukunft", erklärt ein Notenbanker, der nicht namentlich genannt werden will. "Zypern, wo alles so einfach war, fällt aus. Deshalb steht nun zu befürchten, dass viele Reiche das Geld auf mehrere Plätze verteilen werden, an denen ihnen wenig bis nichts passieren kann."

Die Liste der Länder ist trotz der politischen Ächtung von Finanzoasen durch G20 und OECD in den vergangenen Krisenjahren lang. Auf der offiziellen schwarzen Liste der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stehen allerdings nur noch zwei Länder: das Inselparadies NAURU im Pazifik und die Koralleninsel NIUE , 2400 Kilometer nordöstlich von Neuseeland.

Doch auch in Europa finden schwerreiche Spekulanten einige Alternativen wie GIBRALTAR , die KANALINSELN , LIECHTENSTEIN , LUXEMBURG , MONACO oder ANDORRA .

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