"Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren"

"Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren"

"Die Welt redet darüber, ob es die Eurozone in einigen Monaten noch gibt", sagte der Chef des Gremiums der 17 Euro-Finanzminister der "Süddeutschen Zeitung".

Um den Euro zu retten, dürfe keine Zeit mehr verloren gehen. "Wir müssen jetzt mit allen verfügbaren Mitteln überaus deutlich machen, dass wir fest entschlossen sind, die Finanzstabilität der Währungsgemeinschaft zu gewährleisten."

Juncker nährt damit Spekulationen über ein Eingreifen der Europäischen Zentralbank (EZB) - etwa den Kauf von Staatsanleihen von Krisenländern wie Spanien und Italien, was deren Risikoaufschläge drücken könnte. EZB-Chef Mario Draghi hatte diese Möglichkeit bereits vorige Woche angedeutet. "Innerhalb unseres Mandats ist die EZB bereit, alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten", sagte Draghi. "Und glauben Sie mir, das wird ausreichen."

Rasche Entscheidung

Die Hoffnung auf entschlossenes Eingreifen gegen die Schuldenkrise sorgte für gute Stimmung an den Aktienmärkten. Juncker kündigte rasche Entscheidungen der Euro-Länder an. "Welche Maßnahmen wir ergreifen werden, entscheiden wir in den nächsten Tagen. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren", sagte der luxemburgische Ministerpräsident. Dabei werde der Rettungsfonds EFSF zusammen mit der Europäischen Zentralbank handeln. "Wir stimmen uns eng mit der Notenbank ab und wir werden (...) Resultate sehen. Ich will nicht Erwartungen schüren. Aber ich muss sagen, wir sind an einem entscheidenden Punkt angekommen."

Die Euro-Länder hatten auf ihrem Gipfel Ende Juni auf weitreichende Maßnahmen zur Eindämmung der Schuldenkrise geeinigt. Unter anderem sollen die Bedingungen für Finanzhilfen gelockert und die Tür für direkte Bankenzuschüsse aus ihrem Rettungsfonds ESM geöffnet werden. Mit den Maßnahmen soll unter anderem der Zinsdruck von Ländern wie Italien und Spanien genommen werden.

"Die Euro-Länder sind an einem Punkt angekommen, an dem sie mit allen verfügbaren Mitteln überaus deutlich machen müssen, dass wir fest entschlossen sind, die Finanzstabilität der Währungsgemeinschaft zu gewährleisten", sagte Juncker. "Wir sind fest entschlossen, den Euro in seinem Bestand, also mit allen Euro-Ländern, und in seiner Bedeutung zu halten. Alles Geschwätz über den Austritt Griechenlands ist da nicht hilfreich." Damit kritisierte er indirekt Deutschlands Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler, der laut über einen Abschied Griechenlands aus der Währungsunion nachgedacht hatte. Wer denke, dass die Probleme der Euro-Zone dadurch behoben würden, dass man Griechenland fallen lasse, habe die Ursachen der Krise nicht erkannt, sagte Juncker. Das Ansehen der Euro-Länder würde weltweit erheblich beschädigt und es würden enorme Folgeschäden auftreten.

Treffen auf Sylt

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble berät im Laufe des Montags seinem US-Amtskollegen Timothy Geithner über die Schuldenkrise und deren Auswirkungen auf die globale Wirtschaft. Das Treffen findet in Schäubles Urlaubsort auf Sylt statt. Anschließend reist Geithner weiter nach Frankfurt, wo er mit Draghi zusammenkommen soll. Die USA haben wiederholt energischere Anstrengungen zur Überwindung der Schuldenkrise angemahnt. Zuletzt hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der italienische Ministerpräsident Mario Monti am Wochenende versichert, sie wollten alles tun, um die Euro-Zone zu schützen. Ähnlich hatten sich Merkel und Frankreichs Präsident Francois Hollande in einer Erklärung am Freitag geäußert.

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