"Wir können uns heute ein Gesundheitssystem für alle nicht mehr erlauben"

"Wir können uns heute ein Gesundheitssystem für alle nicht mehr erlauben"

Regierungschef Mario Monti warnt, dass Italien künftig nicht mehr für die Kosten des nationalen Gesundheitssystems aufkommen könnte.

"Unser Gesundheitssystem, auf das wir stolz sind, könnte nicht mehr garantiert werden, wenn wir keine neue Finanzierungsformen finden", unterstrich Monti in einer Ansprache anlässlich der Einweihung eines neuen medizinischen Forschungszentrums in Palermo. In Zukunft könnte eine Neudefinierung der Dienstleistungen des Gesundheitssystems notwendig werden.

"Die Krise hat alle Bereiche, inklusive den medizinischen, schwer belastet. Gesundheitsminister Renato Balduzzi arbeitet eifrig, um Verschwendungen zu reduzieren. Die medizinisch-wissenschaftliche Welt muss sich ebenfalls aktiv an dieser Herausforderung beteiligen", forderte Monti.

Diese Ansicht teilt auch der Präsident des Verbands der italienischen Krankenhäuser, Giovanni Monchiero. "Ich schätze Montis Ehrlichkeit. Die Sparpolitik der Regierung belastet das Gesundheitswesen stark. Man muss das gesamte System überdenken. Wir können uns heute ein Gesundheitssystem für alle nicht mehr erlauben. Man muss vor allem die nicht notwendigen Leistungen kürzen", meinte Monchiero.

Sozialabbau

Montis Worte stachen im politischen Rom in ein Wespennest. "Wir müssen ein nationales Gesundheitssystem garantieren, das ist für uns Priorität. Ein Gesundheitssystem, das nur Reichen dient, wäre eine soziale Katastrophe", warnte der Chef der Demokratischen Partei (PD - Zweitstärkste Partei im italienischen Parlament) Pierluigi Bersani.

Der Chef der Mitte-links-Partei "Italien der Werte" (IDV), Antonio Di Pietro, bezeichnete Montis Worte als gravierend. "Diese Regierung baut schrittweise den Sozialstaat ab und vernichtet die Rechte, die die Arbeitnehmer in den vergangenen Jahrzehnten in harten Kämpfen errungen haben", erklärte Di Pietro.

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