"Wir verlieren die Geduld"

"Wir verlieren die Geduld"

Letta steht seit April an der Spitze einer Koalition seiner Demokratischen Partei mit der Partei Volk der Freiheit des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Die Zustimmung zur Regierung ist seit Anfang des Monats einer Umfrage zufolge auf 34 von 43 Prozent gefallen.

Die Demonstranten forderten den erst seit April regierenden Ministerpräsidenten Enrico Letta auf, sich auf die Schaffung von Stellen zu konzentrieren, um das südeuropäische Land aus der Rezession zu führen. Der Generalsekretär der Metallarbeiter-Gewerkschaft, Maurizio Landini, verlangte zur Belebung des Arbeitsmarktes mehr öffentliche und private Investitionen.

Auf einem großen Transparent war Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel in SS-Uniform abgebildet. Auf Spruchbändern bekundeten die Demonstranten ein Ende der Geduld mit der Sparpolitik und forderten höhere Löhne und Gehälter. "Wir hoffen, dass diese Regierung endlich auf uns hört, weil wir langsam die Geduld verlieren", sagte ein Protestierer.

Italien steckt in der schwersten Rezession seit 1970, die Arbeitslosigkeit verharrt nahezu auf Rekordniveau. Besonders hoch ist sie mit 38 Prozent unter jungen Leuten.

Grillo husst weiter

Der italienische Kabarettist und Politiker Beppe Grillo hat der Regierung seines Landes einen baldigen Sturz vorausgesagt. Dafür werde der mit seiner Partei an der neuen Regierung beteiligte Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi "bei erster Gelegenheit" sorgen, sagte Grillo der belgischen Zeitung "Le Soir" vom Samstag.

Zugleich warf der Chef der Fünf-Sterne-Bewegung, die bei der Wahl im Februar drittstärkste Kraft geworden war, der Demokratischen Partei (PD) des neuen Regierungschefs Enrico Letta vor, dass sich dieser mit Berlusconis Partei Volk der Freiheit (PdL) zusammengetan habe, nachdem die PD die PdL während des gesamten Wahlkampfes "verteufelt" habe. "Alles war im Vorfeld organisiert", sagte Grillo. Die PD habe nie die Absicht gehabt, mit der Fünf-Sterne-Bewegung zu koalieren.

Merkel in Rom

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach einem Treffen mit Papst Franziskus in Rom weitere Anstrengungen der Staatengemeinschaft zur Regulierung der Finanzmärkte gefordert. Die Krisen der vergangenen Jahre seien dadurch entstanden, dass die soziale Marktwirtschaft nicht gegolten habe, sagte Merkel nach der Begegnung am Samstag in Vatikan-Stadt. Weil die soziale Marktwirtschaft außer Kraft gewesen sei und Staaten keine "Leitplanken eingezogen" hätten, sei die Regulierung der Finanzmärkte "unser zentrales Problem, unsere zentrale Aufgabe". Die Kanzlerin hatte zuvor rund eine Dreiviertelstunde mit Papst Franziskus im Vatikan gesprochen. Franziskus hatte in der vergangenen Woche scharfe Kritik an den Finanzmärkten geübt und erklärt, Geld müsse dienen und nicht regieren.

"Wir kommen dabei voran, aber wir sind längst noch nicht da, dass man sagen kann, dass eine solche Entgleisung aus den Leitplanken der sozialen Marktwirtschaft nicht wieder passieren wird", warnte die Kanzlerin. Sie kündigte an, dass das Thema Marktregulierung beim G20-Gipfel in diesem Jahr eine fundamentale Rolle spielen werde. "Die Wirtschaft ist dazu da, dass sie dem Menschen dient. Das ist in den vergangenen Jahren längst nicht überall der Fall gewesen", sagte Merkel.

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