"Wir haben nur die Eskalationsphase hinter uns"

"Wir haben nur die Eskalationsphase hinter uns"

Die Konjunktur wird sich nach Einschätzung des IW-Instituts nicht allzu schnell von der Krise erholen. "Der Tiefpunkt war zwar das Schlussquartal 2012, das erste Quartal 2013 wird aber nicht berauschend sein", sagte der Direktor des arbeitgebernahen IW-Instituts, Michael Hüther, am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters.

"Das Winterhalbjahr ist die Zeit der Konjunkturdelle und wir laufen dann erkennbar erst ab dem zweiten Quartal da raus." Es gebe aber noch Risiken. "Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht nur von der besseren Stimmung leiten lassen."

Von Oktober bis Dezember war die deutsche Wirtschaft mit 0,6 Prozent so stark geschrumpft wie seit dem Höhepunkt der Finanzkrise Anfang 2009 nicht mehr. Seitdem hat sich das Geschäftsklima der Unternehmen aber deutlich aufgehellt. Konjunkturexperten streiten nun darüber, wie stark der Aufschwung 2013 ausfällt. Das IWH-Institut aus Halle hat jüngst seine Wachstumsprognose auf 1,3 Prozent fast verdoppelt, während Bundesbank und Bundesregierung nur mit einem Plus von 0,4 Prozent rechnen.

Keine "Wahlhilfe"

Hüther sagte, das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) halte an seiner Erwartung von 0,8 Prozent Wachstum fest. Die Investitionsbereitschaft der lange verunsicherten Firmen ziehe an und vor allem der private Konsum sorge derzeit für Schwung. "Die spannende Frage ist: Gewinnen wir so eine Dynamik, dass wir 2014 deutlich besser dastehen?" Sein Haus habe noch nicht genau gerechnet, "aber es steht eine Größenordnung von 1,5 bis zwei Prozent im Raum". Allerdings gebe es eine offene Flanke wegen politischer Unwägbarkeiten. "Wenn ich mir die Wahlprogramme anschaue, sind die alle nicht dazu angetan, 2014 Wachstumsimpulse zu setzen oder die Konjunktur zu stärken", warnte Hüther.

Etwas Rückenwind gebe es derzeit von europäischer Ebene. "Wir haben die Staatsschuldenkrise noch nicht überwunden, wir haben nur die Eskalationsphase hinter uns gelassen." Es blieben Verunsicherungseffekte durch die stabile Lage im Währungsraum, dies habe auch das Patt nach der Italien-Wahl gezeigt. Hüther machte aber auch klar: "Es hat sich seit dem Spätherbst eindeutig beruhigt." Dazu beigetragen habe vor allem die Bereitschaft der Europäischen Zentralbank, Krisenländern unter bestimmten Bedingungen mit dem Kauf von Staatsanleihen unter die Arme zu greifen. Auch den Zusammenhalt der Währungsunion sieht Hüther derzeit nicht in Gefahr. "Es gibt keinen politischen Treiber mehr, der sagt: Wir inszenieren jetzt mal irgendeinen Austritt."

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