"Wir wissen, was wir tun müssen"

"Wir wissen, was wir tun müssen"

Die beiden hochverschuldeten Euro-Staaten Spanien und Italien benötigen die Unterstützung des Euro-Rettungsschirms ESM, um Investoren anzulocken.

Der mögliche Eingang von Hilfsanträgen der beiden Länder würde deutlich machen, dass sie dazu bereit sind, ihre tief sitzenden Probleme anzugehen - indem sie ja schließlich die an die Hilfe gebundenen Konditionen akzeptieren müssten, erklärte Alan Wilde, Chef für Festverzinsliche und Devisen bei Barings, im Interview mit Bloomberg News.

Die steigenden Renditen spanischer Staatsanleihen zeigen nach Ansicht von Wilde, dass es zu einer “Pattsituation” zwischen der Regierung und den Märkten gekommen sei. Während Investoren wollen, dass Spanien um Hilfe ersuche, zögere die Regierung des Landes, sich zu weiteren Sparmaßnahmen zu verpflichten.

Durch diese Verzögerungstaktik stiegen die spanischen Renditen zehnjähriger Anleihen zuletzt wieder über sechs Prozent.

Barings selbst hat nach der Ankündigung von Mario Draghi, dem Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Staatsanleihen von Euro-Staaten in unbegrenztem Umfang zu kaufen, das Engagement in Spanien und Italien nicht verstärkt. Die EZB-Käufe sind an strikte Konditionen gebunden. Voraussetzung für sie ist, dass sich die Staaten zuerst an die Euro-Rettungsfonds wenden und die damit verbundenen Auflagen erfüllen.

EZB-Kaufprogramm rollt an

Bill Gross, der Verwalter des weltgrößten Anleihefonds bei Pacific Investment Management Co. (Pimco), hat am Mittwoch in einer Twitter-Mitteilung allerdings erklärt, dass die EZB wohl innerhalb der kommenden zwei bis vier Wochen mit dem Aufkauf spanischer Anleihen mit einer Laufzeit zwischen einem Jahr und drei Jahren beginnen wird.

Als Achillesferse gelten neben den spanischen Banken weiterhin die hoch verschuldeten Regionen. Die 17 spanischen Regionen werden ihre Haushaltsdefizitziele für 2012 deutlich verpassen, wenn sie nicht zusätzliche Maßnahmen einleiten. Davor hat Fitch Ratings gewarnt. Schon zum Ende des zweiten Quartals belief sich der Schuldenberg der Regionen auf knapp 151 Mrd. Euro, wie Daten von Bloomberg News zeigen.

Einen Tag vor der Vorstellung des Haushaltsentwurfs für 2013 hat Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy den Reformwillen seiner Regierung im Kampf gegen die Schuldenkrise bekräftigt. "Wir wissen, was wir tun müssen, und da wir es wissen, tun wir es", sagte Rajoy auf einer Veranstaltung in New York. Die spanische Regierung verfolge eine klare ökonomische Strategie. Sie verfüge in den kommenden Jahren zudem über ein stabiles Parlament, das ihr die Einführung der benötigten Reformen erlauben werde.

Die Regierung will heute ihren Entwurf für den Haushalt 2013 vorlegen. Rajoy hat angekündigt, dass dieser neue Reformen beinhalten wird, darunter Einschränkung bei der Frühverrentung. Spanien steht im Zentrum der europäischen Schuldenkrise. Die Unklarheit über die weiteren Schritte der Regierung belastet die Märkte.

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