Wiederaufbau wird für die Philippinen nach Taifun "Haiyan" zur Herkulesaufgabe

Wiederaufbau wird für die Philippinen nach Taifun "Haiyan" zur Herkulesaufgabe

Schätzungen vom Sonntag zufolge verloren rund vier Millionen Menschen als Folge von Taifun "Haiyan" ihr Heim. Erst am Vortag hatten die Behörden die Zahl auf zwei Millionen Obdachlose verdoppelt. Die Internationale Hilfsaktionen kommen derweil auf Touren. Lieferungen mit Wasser, Nahrungsmitteln und Medikamenten erreichten am Wochenende auch entlegene Gebiete. Am Sonntag beteten viele Überlebende in dem zutiefst katholischen Land für eine bessere Zukunft.

Die Zahl der Taifun-Toten gaben die Behörden mit mindestens 3681 an. 1186 Menschen würden noch vermisst. Kurz nach dem Wirbelsturm waren über 10.000 Tote befürchtet worden. Die Aufräumarbeiten und der Wiederaufbau werden für den Inselstaat zu einer Herkulesaufgabe. Nach UN-Angaben wurden fast eine halbe Million Häuser durch Taifun "Haiyan" beschädigt. Die Hälfte davon seien zerstört. Die Regierung beziffert die Schäden für Infrastruktur und Landwirtschaft mit umgerechnet 170 Millionen Euro. Die UN warnte vor einer weiteren Verschärfung der Lage, sollten die Reisbauern nicht rechtzeitig vor der nächsten Saatperiode im Dezember und Januar Unterstützung erhalten. Große Probleme gebe es auch im Fischfang, da der Sturm Fischteiche sowie Boote und andere Ausrüstung zerstört habe.

"Danke, Danke"-Rufe für die Helfer

In einigen Gebirgsregionen hungerten den UN zufolge weiterhin Menschen. Dennoch erreichen die Hubschrauber vom US-Flugzeugträger "George Washington" immer mehr auch abgelegenere Gebiete, wie das Dorf Cabungaan im Tanauan-Distrikt, in dem bis zu 1200 Menschen den Tod fanden. Angeführt von Kindern rannten die Dorfbewohner zum Landeplatz des "Seahawk"-Hubschraubers, um die erste Hilfe nach der Katastrophe in Empfang zu nehmen. "Danke, Danke" riefen die Menschen als zwei Besatzungsmitglieder die Güter mit der Aufschrift "from the American people" entluden. In der vergangenen Woche hätten die Dorfbewohner von getrocknetem Fisch, ein paar Kokosnüssen und geringen Reisvorräten gelebt, sagte der 19-jährige Richel Maballo. Es sei eine vergleichsweise ruhige Lande-Operation gewesen, gab ein Crew-Mitglied an. Andernorts seien die Hubschrauber regelrecht gestürmt worden.

Sorgen bereitet den UN die sanitäre Lage. Erkrankungen der Atemwege und Durchfall seien weitverbreitet, erklärte UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos. Verschärft werde die Situation dadurch, dass viele Krankenhäuser durch die Naturkatastrophe schwer in Mitleidenschaft gezogen worden seien.

Präsident Benigno Aquino, der am Sonntag Katastrophengebiete besuchte, sieht sich massiver Kritik an dem als zu langsam empfundenen Anlauf der Hilfsaktionen ausgesetzt. Er macht jedoch die örtlichen Behörden verantwortlich. In der schwer getroffenen Küstenstadt Guiuan lobte er die rasche Evakuierung der Ortschaft, durch die zahlreiche Menschenleben gerettet worden seien. In anderen Städten sei die Reaktion dagegen nicht so weitsichtig gewesen. Er wolle solange in der Region bleiben, bis ihn die Hilfsmaßnahmen überzeugten.

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