Wie Schweden die Krise umschifft

Wie Schweden die Krise umschifft

Schweden hat bereits in den 1990er Jahren gelernt, wie finanzielle Turbulenzen in den Griff zu bekommen sind. Damals machte das Land eine Bankenkrise durch, die Landeswährung abgewertet worden und das Land verzeichnete drei Jahre lang ein schrumpfendes Bruttoinlandsprodukt. Diese Erfahrungen kommen Schweden jetzt zugute. Die größte Volkswirtschaft Nordeuropas bewährt sich als permanenter sicherer Hafen.

“Schweden wird mittlerweile in einem anderen Licht gesehen als früher”, erklärt Thomas Olofsson, der Chef der staatlichen Schuldenverwaltung. “Das Interesse an Schweden ist jetzt völlig anders als vor fünf bis zehn Jahren. Früher haben Schwedens Wechselkurs und die Leitzinsen in turbulenten Zeiten häufig gelitten, aber diesmal haben wir das so nicht beobachtet.”

Das Land zementiert seine Rolle als sicherer Hafen vor der Euro-Krise im vergangenen Jahr, nachdem es bereits 2010 die stärkste wirtschaftliche Erholung innerhalb der Europäischen Union verzeichnete. Gleichzeitig fuhr Schweden konstant Haushaltsüberschüsse ein. Schweden kann sich - nach dem Öl-reichen Norwegen über das weltweit zweit-niedrigste Ausfallrisiko freuen. Die Banken des Landes zählen zu den am besten kapitalisierten in Europa.

Der aktuelle Erfolg in der Krisenbewältigung ist nicht zuletzt auf die Erfahrungen zurückzuführen, die vor zwei Jahrzehnten gemacht wurden. In Schweden schrumpfte die Wirtschaftsleistung von 1991 bis 1993. Die Probleme erreichten in der Währungskrise 1992 ihren Höhepunkt, als die Riksbank die Krone-Bindung aufgab, nachdem es selbst mit einem Leitzins von 500 Prozent nicht gelungen war, die Kapitalflucht in den Griff zu bekommen.

Nach diesen Erfahrungen führte Schweden ein regulatorisches Rahmenwerk ein, um seine Wirtschaft vor finanzieller Instabilität zu schützen. Diese Maßnahmen erwiesen sich als solide genug, um das Land vor der schlimmsten Krise seit der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre zu schützen.

Die Krisenpolitik, die im Zuge des Wirtschafts-Schocks der 90er Jahre eingeführt wurde, umfasst Ziele für einen Haushaltsüberschuss und langfristige Ausgaben-Obergrenzen.

Mittlerweile entwickelt sich die Krone mit am besten unter den Währungen der Industrienationen und hat in den vergangenen zwölf Monaten gegenüber einem Währungskorb 5,9 Prozent zugelegt. Lediglich der Neuseeland-Dollar hielt sich besser. Seit März 2009 hat die Krone im Vergleich zum Euro 36 Prozent gewonnen, gegenüber dem Dollar 41 Prozent.

Schwedens Finanzminister Anders Borg hat, seit er 2006 das Amt übernahm, die Verschuldung auf unter 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gesenkt. Es gelang ihm, den Haushalt während der gesamten Finanzkrise mehr oder weniger auf ausgeglichenem Niveau zu halten. Dadurch war es Schweden möglich, in diesem Jahr die Ausgaben zu erhöhen, um das Wachstum anzutreiben, während in der Eurozone auf Sparsamkeit gesetzt wird und die Wirtschaft der Region wohl das zweite Jahr in Folge schrumpfen wird.

Die Europäische Kommission geht davon aus, dass die Verschuldung Schwedens in diesem Jahr auf 40,7 Prozent des BIP steigt, verglichen mit 38,2 Prozent in 2012. Zum Vergleich: Der Durchschnitt in der Eurozone liegt bei 95,5 Prozent.

“Die Riksbank hat höhere Zinsen als die EZB festgesetzt, was zusammen mit der besseren Liquidität darauf hindeutet, dass wir unsere Bonds mit höheren Zinsen als Deutschland verkaufen müssen”, sagt Olofsson. “Andererseits verfügen wir über deutlich stärkere Staatsfinanzen als Deutschland und werden nicht durch die Unsicherheiten in der Eurozone belastet.”

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