Wie heißt Papst?

Wie heißt Papst?

Seit Jahrhunderten gibt sich jedes neu gewählte Oberhaupt der katholischen Kirche einen Papstnamen. Schon jetzt wird vielfach die Frage diskutiert, wie sich der Nachfolger von Benedikt XVI. nennen wird.

Denn: Nomen est omen. Die Wahl des Papstnamens ist eine Art Programm. Sie gibt eine erste Andeutung, in welche Richtung der neue Papst das Schiff der Kirche steuern will.

Der Abschied vom eigenen Taufnamen und die Wahl eines neuen, symbolisch-programmatischen Namens ist der erste Akt eines neuen Papstes. Direkt nach der Wahl wird er vom Dekan des Kardinalskollegiums gefragt, ob er die Wahl annimmt. Die zweite Frage lautet dann: "Wie willst Du Dich nennen?" Mit der Wahl eines päpstlichen Namens signalisiert das neue Kirchenoberhaupt, an welche Traditionen es anzuknüpfen gedenkt.

Vorbilder als Namensgeber

Der neu gewählte Papst bezieht sich meist auf religiöse Vorbilder, an denen er sich orientieren will. Dieser Brauch ist seit 996 üblich. Der Nachfolger von Benedikt XVI. dürfte gemäß der Tradition unter den 82 Namen wählen, die seine Vorgänger getragen haben. In der Kirchengeschichte beliebte Namen sind Johannes (bereits 23 Mal), Gregor (16), Benedikt (16), Clemens (14), Leo und Innozenz (je 13) sowie Pius (zwölf).

Albino Luciani war 1978 der erste Papst, der sich einen Doppelnamen gab: Johannes Paul I. Damit wollte er sich in die zweifache Traditionsreihe seiner Vorgänger Johannes XXIII. und Paul VI. stellen - der beiden Päpste, die das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) leiteten. Mit der Entscheidung für den Namen Johannes Paul II. demonstrierte dann Karol Wojtyla, dass er die nur 33-tägige Amtszeit dieses "lächelnden Papstes" fortsetzen wollte. Die weiteren Inhaber des Stuhls Petri im vergangenen Jahrhundert nannten sich Paul VI. (1963-78), Johannes XXIII. (1958-63), Pius XII. (1939-58), Pius XI. (1922-39), Benedikt XV. (1914-22), Pius X. (1903-14) und Leo XIII. (1878-1903).

Die Tradition der Päpste, einen anderen als den eigenen Taufnamen zu übernehmen, geht auf Johannes II. (533-535) zurück. Sein bürgerlicher Name Mercurius war nämlich auch jener einer römischen Gottheit und schien damit nicht für ein Kirchenoberhaupt geeignet. Andere Gründe hatte Pietro Boccadiporco: Weil sein Name übersetzt "Schweinsmaul" bedeutet, war er froh, im Jahr 1009 seinen Namen ändern zu können und als Papst Sergius IV. aufzutreten. Die Kontinuität der päpstlichen Namensgebung korrespondierte im Mittelalter auch mit der weltlichen Herrschaft der Kaiser, die ihre Namen in dynastischer Folge an ihre Nachkommen vererbten.

Als die Renaissance im 16. Jahrhundert die Bedeutung der individuellen Persönlichkeit in den Vordergrund rückte, behielten Hadrian von Utrecht (als Hadrian VI.) und Marcello Cervini (Marcellus II.) zumindest ihre richtigen Taufnamen. Martin V. und Clemens XI. entschieden sich für die Heiligen, an deren Namenstag sie zum Papst gewählt wurden.

Bis heute gibt es keine offizielle und lückenlose Papst-Liste, da die Daten für die ersten Würdenträger unsicher sind und zahlreiche Gegenpäpste (39) samt über die Jahrhunderte eingeschlichener Fehler die Daten in manchen Punkten unsicher machen. Bei mindestens drei Päpsten ist außerdem deren Legitimität unklar geblieben.

Konklave: Die aussichtsreichsten Kandidaten...

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